Förderpreis für Filmkunst

Um den Austausch zwischen der filmenden und der bildenden Kunst zu unterstützen, vergeben die Nationalgalerie und die Deutsche Filmakademie den Förderpreis für Filmkunst. Dieser wird im Rahmen des Preis der Nationalgalerie alle zwei Jahre vergeben. Initiiert vom Verein der Freunde der Nationalgalerie und der Deutschen Filmakademie hat man sich zum Ziel gesetzt Filmkunstwerken ein neues Publikum zu erschließen und den Blick auf das Wechselspiel zwischen Kunstästhetik und Filmästhetik zu stärken.

Preisträgerin 2019 ist die Regisseurin Lucia Margarita Bauer, die für ihren Film MAMAN MAMAN MAMAN (2019, 37 Minuten) ausgezeichnet wurde und den Preis aus den Händen von Filmakademie-Präsident Ulrich Matthes entgegennahm. Die Auszeichnung ist mit 10.000€ dotiert und kann noch bis Mitte Februar im Hamburger Bahnhof gesichtet werden. Die Jury – bestehend aus Ulrich Matthes (Präsident der Deutschen Filmakademie), Doris Dörrie (Regisseurin), Bige Örer (Direktorin der Biennale Istanbul), Marian Forkidi (Kunsthalle Athen) und Nikola Dietrich (Kölnischer Kunstverein) – begründeten ihre Wahl wie folgt:

Basierend auf einer wahren Geschichte bewegt sie sich auf den Spuren ihrer Großmutter, zwischen dem Leben in einer Großfamilie, der Alzheimer-Erkrankung und dem Zweiten Weltkrieg. (..) Lucia Margarita Bauer kreiert auf spielerische Art und Weise ein dokumentarisches Porträt und schafft es, eine überraschend tiefe psychologische Ebene einzubeziehen, in der die Frage der Identität und des “Verrücktseins” immer wieder neu gestellt werden. Aus Handyvideos und Briefen, der familieneigenen Fotosammlung, der humanistisch orientierten Familienbibliothek und den Super-8-Filmen der eigenen Großmutter schafft Lucia Margarita Bauer einen spannungsvollen, inspirierten und assoziationsreichen Schnitt und entwickelt eine eigene Bildsprache. Sie überzeugte die Jury durch ihren Sinn für Kreativität und die Kombination aus Humor und Tragik, durch die sie die Zuschauer*innen in ihren Bann zieht. Leichtfüßig und zugleich tief ernst gelingt ihr damit ein flirrendes und wahrhaftiges Porträt einer Frau, einer Familie, einer Zeit und eines Hauses.

Das vollständige Juryurteil finden Sie hier.

Impressionen 2019

Die Nominierten 2019

Neun von der Deutschen Filmakademie bestellten Jury-Miglieder gingen auf die Suche nach Filmen, die sich zwischen den Welten des Kinos und der Kunst bewegen. Dabei ist nicht nur das einzelne Werk von Bedeutung, sondern auch das künstlerische Selbstverständnis und die persönliche Vision der Filmschaffenden. Die Filme wurden über den Zeitraum eines halben Jahres gemeinsam gesichtet und diskutiert. 2019 haben sich Irene von Alberti, Jule Bartram, Maximilian Haselberger, Sigrid Hoerner, RP Kahl, Anette Kuhn, Tom Schreiber, Jakob Weydemann und Rosa Hannah Ziegler dieser Aufgabe gestellt und vier Nominierungen ausgesprochen:

Maman Maman Maman, 2019, 37’
Lucia Margarita Bauer

Imperial Valley (cultivated run-off), 2018, 14‘
Lukas Marxt

Final Stage, 2017, 27’
Nicolaas Schmidt

Happy Happy Baby, 2016, 20’
Jan Soldat

Die Preisträgerinnen und Preisträger

2017 · Sandra Wollner · Das unmögliche Bild
2015 · Bastian Günther · California City
2013 · Victor Orozco Ramirez · Reality 2.0
2011 · Theo Solnik · Anna Pavlova lebt in Berlin