© Vielfalt im Film

Erste Ergebnisse der Umfrage „Vielfalt im Film“

Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden gestern erste Ergebnisse zu der großen Online-Umfrage „Vielfalt im Film“ bekanntgegeben. Die Deutsche Filmakademie hat diese Umfrage ideell unterstützt und ihre Mitglieder dazu aufgefordert ebenfalls teilzunehmen.
Mit über 6.000 teilnehmenden Filmschaffenden aus 440 Berufen liegen nun erstmals umfassende Daten zu ihren Erfahrungen bzgl. Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera vor. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Diskriminierung die deutsche Filmbranche durchzieht und die Teilhabe von Filmschaffenden mit unterschiedlichen Vielfaltsbezügen einschränkt.

Die Deutsche Filmakademie steht für Vielfalt ein, aber wir sehen uns auch noch am Anfang eines langen Weges. Die Studie ist ein wichtiger Motor, um Veränderungen vorantreiben zu können.

Erste Ergebnisse finden Sie in dieser Meldung und auf der Website „Vielfalt im Film“. In einem Video nehmen die Bündnis-Partner·innen hierzu Stellung. Die Veröffentlichung der vollständigen Studie ist für Sommer 2021 angekündigt.

Erste Ergebnisse der Umfrage „Vielfalt im Film“:

  • Acht von zehn (81 %) der befragten Cis-Frauen (N = 2.587) haben angegeben, in den letzten zwei Jahren sexuelle Belästigung im Arbeitskontext erlebt zu haben. Ein Großteil von diesen sogar mehrfach (73 %).
  • Etwa vier von zehn teilnehmenden LSBTIAQ+ Filmschaffenden gehen im Arbeitskontext nie bis nur manchmal offen mit ihrer sexuellen Orientierung (40 %) und/oder Geschlechtsidentität (34 %) um. Auch aus Angst vor negativen Konsequenzen für ihre Karriere.
  • Die befragten Schwarzen und Filmschaffenden of Color sind in der Filmbranche seltener fest angestellt und verdienen insgesamt auch weniger.
  • Auch befragte Frauen sind seltener festangestellt als ihre männlichen Kollegen, das gilt vor allem für Frauen, die rassistisch benachteiligt sind.
  • Filmschaffende mit Behinderung und/oder Beeinträchtigung sind deutlich unterrepräsentiert in der Filmbranche. Sie müssen mehr unentgeltliche Tage arbeiten.
  • Mehr als drei von vier der befragten Filmschaffenden stimmen der Aussage zu, dass u.a. folgende Gruppen klischeehaft dargestellt werden: Arabische Menschen (87 %), muslimische Menschen (83 %), Sinti:zze und Roma:nja (81 %), Menschen mit einem niedrigen sozialen Status (79 %), Schwarze Menschen (78 %) und asiatische Menschen (75 %).
  • Zwei von drei (70 %) der betroffenen Filmschaffenden haben ihre Diskriminierungserfahrung im Arbeitskontext nicht gemeldet. Mögliche Ursachen laut Betroffenen: Fehlende Konsequenzen oder die Diskriminierung hat nach einer Meldung erneut stattgefunden oder gar zugenommen.