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BRANDBRIEF NACH BRÜSSEL

Auf ihrer Vollversammlung am 8. Oktober haben sich die Mitglieder der Deutschen Filmakademie aus aktuellem Anlass noch einmal geschlossen und ausdrücklich für den Erhalt des Territorialprinzips in der Europäischen Union ausgesprochen. Ihr in Berlin verabschiedeter und von den Vertretern aller kreativen Gewerke des Filmschaffens getragener Appell richtet sich konkret an die Mitglieder des Europäischen Parlaments, dessen Rechtsausschuss (JURI) am 10. Oktober in Brüssel tagen wird. Es geht um die Abstimmung des Ausschusses über Veränderungen in der von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen  Sat/Cab-Verordnung, die als Teil der Digitalen Binnenmarkt-Strategie der EU das sogenannte Ursprungslandprinzip einführen möchte. Nach diesem Vorschlag müssten TV-Sender die Online-Rechte eines Films nur noch für ein EU-Mitgliedsland erwerben und könnten die Nutzung ihrer Online-Dienste (wie z.B. die Mediatheken) im gesamten EU-Binnenmarkt ermöglichen. „Darin sieht die europäische Kreativbranche in deutlicher Geschlossenheit eine Bedrohung des für die Wirtschaftlichkeit und Vielfalt des europäischen Films so wichtigen Territorialprinzips“, heißt es in dem Appell der Filmakademie.
„Es ist schwer zu verstehen und noch schwerer zu ertragen, dass EU-Abgeordnete, die für die Gestaltung der Rahmenbedingung einer Zukunft des europäischen Films zuständig sind,  ausgerechnet die Argumente der Kreativen des europäischen Films konsequent ignorieren“, sagt Iris Berben, die Präsidentin der Deutschen Filmakademie mit Blick auf den im JURI-Ausschuss zuständigen Berichterstatter Tiemo Woelken (SPD). Dazu heißt es weiter im Papier der Filmakademie: „Wir empfinden es als eine Missachtung der Kultur-, Produktions- und Kreativbranche , dass die nun zur Abstimmung stehenden Vorschläge unsere berechtigten Sorgen und Bedenken nach unserer Kenntnis nicht im Ansatz berücksichtigen. (...) Daher dürfen wir Sie eindringlich darum bitten, den Vorschlägen des Berichterstatters nicht zuzustimmen und so ein klares Zeichen für eine starke europäische Kreativlandschaft zu setzen.“

Update am 10.10.2017: Keine 24 Stunden vor der geplanten Abstimmung im Rechtsausschuss des EU-Parlaments hat der Berichterstatter diese nun verschieben lassen - dem Vernehmen nach auf den 21. November. Die FAZ vom 10. Oktober ordnet diese Reaktion so ein: „Angesichts des hektischen Treibens hinter den Kulissen des EU-Parlaments, das gravierende Folgen haben könnte, tagte am Sonntag die Deutsche Filmakademie, um einen Brandbrief nach Brüssel zu senden, der seine Wirkung offensichtlich nicht verfehlt hat.“

Auf jeden Fall haben die Parlamentarier nun noch einmal etwas Zeit, sich mit den Argumenten der Kreativen des europäischen Films auseinanderzusetzen.

BRIEF IM WORTLAUT (PDF)

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