Investitionsverpflichtung: Gesetz statt Ausverkauf

41 Verbände fordern:

Die deutsche Filmbranche bleibt in einer schwierigen Lage. Denn einer der wichtigsten Bausteine der Filmförderreform ist akut gefährdet: Das geplante Investitionsverpflichtungsgesetz mit Rechterückbehalt, das den Produktionsstandort Deutschland zukunftssicher macht und auch die Streamingdienste in die Verantwortung nimmt.

Amerikanische Tech-Unternehmen ziehen bei Streaming, KI und Cloud-Services enormen wirtschaftlichen Nutzen aus Deutschland. Gewinne und Werbeeinnahmen fließen dabei zusehends ab und fehlen auf dem heimischen Markt. Für den Filmstandort Deutschland bietet eine gesetzlich geregelte Investitionsverpflichtung eine konkrete Möglichkeit, dem entgegenzuwirken und dringend benötigtes wirtschaftliches Wachstum in Deutschland zu generieren.

Die deutsche Filmindustrie schafft 144.000 Arbeitsplätze. Sie setzt jährlich mehr als 10 Milliarden Euro um. Deutschlands Filmwirtschaft steht für eine große Vielfalt: Arthouse, nationale und internationale Blockbuster, Talent-, Dokumentar- und Animationsfilme als Kino-, TV-Film oder Serie made in Germany und/oder als Koproduktion mit anderen EU- oder US-Produzent*innen. Sie liefert Zuschauererfolge und erreicht ein Millionenpublikum. Arthouse-Projekte erreichen im Ausland Sichtbarkeit über Festivals und lassen den deutschen Film strahlen.

Deutschlands Filmtalente sind auf Weltniveau, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind es im europäischen Vergleich schon lange nicht mehr. Die Erhöhung des BKM-Haushaltes für die jurybasierte kulturelle Filmförderung, für das Kuratorium junger deutscher Film und die noch ausstehende Aufstockung von DFFF/GMPF sind erste Schritte, um Deutschland wieder als Filmland wettbewerbsfähig zu machen. Ohne die Säule der Investitionsverpflichtung ist das Fördersystem aber nicht tragfähig.

Freiwillige Absichtserklärungen reichen nicht aus, um dauerhaft Planungssicherheit und faire Rahmenbedingungen zu schaffen. Nur mit einem gesetzlich verankerten Rechterückbehalt und klar definierten und überprüfbaren Vorgaben, die Investitionen auslösen, die bei den Kreativen ankommen, kann der Produktionsstandort Deutschland nachhaltig zukunftssicher gemacht werden.

Unterzeichner*innen:

  1. Assistant Directors Union
  2. AG Animationsfilm
  3. AG DOK – Berufsverband Dokumentarfilm
  4. AG Filmfestival
  5. AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater
  6. AG Verleih
  7. Die Audiovisuellen Übersetzer*innen
  8. Berufsverband Kinematografie
  9. Berufsverband Script Supervisor
  10. Berufsvereinigung Filmton
  11. Bundesverband Aufnahmeleitung
  12. Bundesverband Beleuchtung und Kamerabühne
  13. Bundesverband Casting
  14. Bundesverband Filmschnitt Editor
  15. Bundesverband Green Film & TV Consultants Deutschland
  16. Bundesverband Herstellungs- und Produktionsleitung
  17. Bundesverband Produktion Film und Fernsehen
  18. Bundesverband Regie
  19. Bundesverband Schauspiel
  20. Cinematographinnen – Women* Cinematographers Network
  21. Changemakers.film
  22. Deutsche Akademie für Fernsehen
  23. Deutscher Drehbuchverband
  24. Deutsche Filmkomponist:innenunion
  25. Deutsche Filmakademie
  26. Filmtonfrauen
  27. Film und Medienverband NRW
  28. Filmverband Südwest
  29. German Stunt Association
  30. Interessenverband Deutsches Schauspiel
  31. Initiative Fair Film
  32. Produktionsallianz
  33. PROG Producers of Germany
  34. ProQuote Film
  35. Verband der Agenturen für Film, Fernsehen und Theater
  36. Verband der Requisite und Set Decoration
  37. Verband deutscher Filmexporteure
  38. di FilmUnion
  39. Vielfalt im Film
  40. VRFF Freie – Vereinigung der Rundfunk-, Film- und Fernsehschaffenden
  41. Verband der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild