Glückwunsch an die Preisträger:innen der 76. Berlinale
Am vergangenen Samstag wurden die Preise der 76. Internationalen Filmfestspiele von Berlin vergeben. Der Goldene Bär ging an das deutsche Drama „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak, produziert von Ingo Fliess (if…productions). Der Film ist damit die erste deutsche Produktion seit 2004, die den Hauptpreis im Wettbewerb gewann. Damals wurde „Gegen die Wand“ von Fatih Akin ausgezeichnet.
Die Jury unter dem Vorsitz von Wim Wenders begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Der Film zeigt uns eine Familie, wie wir sie in diesen zehn Tagen nirgendwo anders gesehen haben, im Druckkochtopf der Politik. Wir haben alle Gänsehaut bekommen. Der Film ist eine angsteinflößende Vorhersage der näheren Zukunft, wie sie sich möglicherweise auch in unseren Ländern einstellen kann. Die Zeichen des Despotismus werden deutlich. Dieser Film wird weltweit verstanden. Es ist ein herausragender zeitgenössischer Film, makellos in den Dialogen und der Darstellung, makellos wie er gedreht und geschnitten wurde. Wir wollen nicht nur die guten Absichten belohnen, sondern die meisterhafte Sprache des mitfühlenden Filmemachers: İlker Çatak.“
Sandra Hüller wurde als Beste Schauspielerin für ihre Hauptrolle in der österreichisch-deutschen Koproduktion „Rose“ von Markus Schleinzer (Schubert, ROW Pictures, Walker + Worm Filmproduktion) ausgezeichnet.
Auch in den anderen Sektionen waren deutsche Filme erfolgreich: Faraz Shariat erhielt für „Staatsschutz“ den Publikums-Preis Spielfilm der Sektion Panorama, den zweiten Platz belegte die österreichisch-deutsche Produktion „Vier Minus Drei“ von Adrian Goiginger. „Der Heimatlose“ von Kai Stänicke, der in der Sektion Perspectives lief, wurde mit dem Jury Award des queeren Filmpreises TEDDY ausgezeichnet. Weiterhin wurde der ukrainisch-polnische Dokumentarfilm „Traces“ von mit dem Panorama-Publikumspreis geehrt. Die Regisseurinnen Alisa Kovalenko und Marysia Nikitiuk waren Teil des FILMBOOST-Stipendienprogamms der Deutschen Filmakademie.
Wir gratulieren allen Filmteams von ganzem Herzen!
Gern weisen wir auf unsere Masterclass mit İlker Çatak hin, in der der Regisseur auch über seine Arbeit an „Gelbe Briefe“ spricht, ebenso wie die Podcastfolgen von Close Up mit İlker Çatak sowie Sandra Hüller.