Abschied von Peter Schneider
Peter Schneider, der 1940 in Lübeck geboren wurde, war seit Anbeginn der Filmakademie engagiertes Mitglied und ist am 3. März diesen Jahres nach langer und schwerer Krankheit verstorben, was uns sehr traurig macht. Sein Schreiben war vielfältig und prägend, ein Autor durch und durch. So drückte er sich in den unterschiedlichsten Disziplinen wie Erzählungen, Romanen, Drehbüchern, Reportagen und Essays aus und bereicherte uns somit von allen Seiten, immerzu und klug. Zu seinen bekanntesten und wichtigsten Filmen zählen 1978 „Messer im Kopf“ und 1982 „Der Mann auf der Mauer“, beide zusammen mit dem Regisseur der Filme, Reinhard Hauff; sowie „Das Versprechen“, zusammen mit der Regisseurin des Films, Margarethe von Trotta. Weitere bedeutende Werke sind »Lenz« (1973), »Der Mauerspringer« (1982), »Rebellion und Wahn« (2008), »Die Lieben meiner Mutter« (2013) und »Club der Unentwegten« (2017). Zuletzt erschien sein Roman »Die Frau an der Bushaltestelle« (2025), auch dieser so politisch wie privat zugleich. „Peter Schneider weiß, wovon er schreibt.“ – So Rose-Maria Gropp über dieses Buch in der FAZ am 23.1.26. Seit 1985 unterrichtete Peter Schneider als Gastdozent an amerikanischen Universitäten, unter anderem in Stanford, Princeton, Harvard und an der Georgetown University in Washington D.C. Bis zuletzt war er ein wahrhaftiger 68er, wir werden seine Einlassungen bei den Mitgliederversammlungen und Sektionstreffen sehr vermissen, denn Peter stellte oft anspruchsvolle Fragen, mit denen er uns alle herausforderte und auf die es keine einfachen Antworten gab. Seine Stimme wird fehlen. Wir wollen ihn aber so lebendig in Erinnerung behalten, wie ihn Reinhard Mohr anlässlich des 70. Geburtstags von Peter Schneider so wunderbar warm im Spiegel beschrieben hat. Alles Gute, Peter.