
„Sorry, ich bin wirklich kalt erwischt worden, ich bin null vorbereitet. Das ist mein voller Ernst. Es fällt mir sehr schwer. Ich habe jetzt was zu sagen, habe jetzt seit anderthalb Stunden hin und her überlegt, während die anderen geredet haben. Habe trotzdem einiges mitbekommen, was hier gesagt wurde.
Ich glaube, wir leben einfach in einem sehr kleinen Land, wo man von München nach Berlin in sechs Stunden... Da passiert irgendwie im Moment nicht so viel. Ich glaube, man denkt immer, es passiert ganz viel, und man legt eine Strecke zurück, und dann passiert in der DDR in irgendeinem Ort was ganz Phänomenales, Anderes als irgendwo. Ich habe auch das Gefühl, wenn ich irgendwo rumfahre, ich treffe hier Leute, dass das alles von einer unheimlichen Gleichförmigkeit geprägt ist. Es ist alles dann anders, wenn man wo anders ist und man sich wohler fühlt.
Also jetzt kommt auch mein ganzer Selbsthass durch. Oder ich sehe unglaublich tolle Filme und fühle mich dann klein, weil ich irgendwo denke, ich schaffe das irgendwie nicht. Und ich glaube, das ist unser Grundproblem. Ich glaube, es gibt wirklich – unter uns gesagt – nur vielleicht ein, zwei Genies in Deutschland, die Filme machen, die ich jetzt nicht unbedingt nennen werde. Ich sage auch nicht, ob ich mich jetzt selber dazu zähle... Ich glaube, eher nicht.
Aber ich glaube einfach, dass es einfach verdammt schwer ist, irgendwelche Visionen zu schaffen und dass das harte Arbeit ist. Und ich, der ich jetzt seit zehn Jahren Filme mache, merke langsam, wie viel da zusammenkommen muss. Das macht mir dann Angst. Ich kriege plötzlich viele Skrupel, weil da kommen plötzlich unheimlich viele Sachen auf einen zu, die man vorher überhaupt nie berechnet hat.
Man ist quasi so im Blindflug übers Meer geschippert. Mal mit einem schnelleren, mal mit einem langsameren Motor und hat versucht, da möglichst viel – also ich zumindest – von mir da preiszugeben. Aber ich merke, dass der Kosmos wesentlich... dass es da einfach ganz andere Dimensionen gibt und bin dann auch immer sehr verunsichert. Und in diesem Sinne verlasse ich jetzt einfach die Bühne.”
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