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Andres Veiel::beim Werkstattgespräch mit Andres Veiel und Pepe Danquart im November
Andres Veiel und Heinz Badewitz::auf dem Empfang zum Filmfest München
Burghart Klaußner, Christiane Paul und Anno Saul::bei der Mitgliederversammlung im Februar

Rosa von Praunheim



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„An diesem seligen Ort, der Akademie der Künste, deren Mitglieder lebende Leichen sind, die nur teuer sind und wenig Ideen haben, an diesem Ort lässt sich nicht hassen. Es ist nicht der deutsche Film, der so träge daherkommt, es ist die deutsche Kultur. Regt mich deutsche Literatur auf oder an, wann hat mich deutsche Musik oder Malerei aufgeregt, wann totsubventioniertes Theater?

Quantität statt Qualität in dieser Stadt Berlin. Diskussionen über den neuen deutschen Film sind zum totschießen. Also doch Selbstmordanschläge von prominenten deutschen Regisseuren. Was wir brauchen, ist Aufmerksamkeit. Wim Wenders könnte der erste sein, Tom Tykwer folgt und Andreas Dresen erfüllt die Ostquote. In alter christlicher Tradition opfern sich die Besten für die Ratlosen, Lahmen und Verwirrten. Also ist doch nicht alles verloren.

Meine Erfahrung mit Filmstudenten, drei große Tabus habe ich bei ihnen entdeckt:

1. Kein Sex – Filmküsse in Studentenfilmen sind sehr selten.
2. Nichts Soziales – die Wirklichkeit ist Tabu; man könnte ja Preise bekommen, wenn man sich mit Minderheiten auseinandersetzt.
3. Keine Kunst – formale Gestaltung ist Out, stattdessen viel Technik und verwechselbare Perfektion.

Also Abschaffung der Filmschulen, die nur ABM-Stellen für Studenten und Professoren sind und junge Leute verarschen, indem sie Arbeitslose produzieren.

Also Abschaffung der Wirklichkeit, denn Film ist Illusion und Kunst ist Fantasie. Wie kann man gute Filme machen in der Nähe von Gerhard Schröder, Angela Merkel und Herrn Westerwelle?

Also doch Prügelstrafe für schlechte Filmemacher. Die Filmfestspiele in Berlin sind der richtige Ort. Film muss weh tun – und wenn der Arsch nicht brennt, kann auch nicht das Herz vor Begeisterung hüpfen. Also nach Brecht, wenn der deutsche Film das Publikum nicht findet, dann schaffen wir das Publikum ab. Regisseure gehören ins Gefängnis, in Schlachthöfe, ihre Ausbildung sollen sie als Kriegsberichterstatter machen.

Mit meinen Studenten plante ich, als erste Übung, Schießübungen zu machen, mit den verschiedensten Pistolen, Gewehren, Pumpguns usw. Doch die meisten von ihnen konnten das alles schon perfekt, bevor sie an die Schule kamen. Und als Zweitwichtigstes in der Ausbildung wollte ich mit ihnen üben 'Wie misshandelt man Frauen' – und das über mehrere Werbeblöcke fürs Privatfernsehen hinweg. Aber auch darin waren sie schon geübt, vor allem die weiblichen Regisseure.

Genug Talente haben wir in Deutschland, aber wenig Energie und noch weniger Vitalität. Und verwöhnte Söhne und Töchter von satten Eltern können nur rülpsen und pupsen und noch mehr scheißen. An die 100 deutschen Filme in einem Jahr – eine große Strafe, sie alle anzuschauen. Dummheit färbt ab. Die neue Deutsche Filmakademie sehe ich schon kurz vor der Verblödung. Was ist zu tun?

Intelligenz ist essbar. Schlachten wir die Besten und fressen sie auf: das Gehirn von Wim Wenders, das Herz von Tom Tykwer und den Schwanz von Andreas Dresen. Die FFA subventioniert ein Dinner für den Nachwuchs. Als Nachtisch Christians Petzolds Augen, Karmakars Arsch und Andres Veiels Galle. Sie alle werden uns Kraft und Liebe schenken und eine künstlerisch wertvolle Zukunft, die sich endlich auch international auf Dauer behaupten kann. Wer an die Zukunft glaubt, muss Opfer bringen. In diesem Sinne einen schönen Lebensabend an die Besten und Klügsten unter uns, damit der Nachwuchs eine Chance hat.”

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