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Ralph Schwingel

„Ich finde es für einen Produzenten eines der wichtigsten Ämter, zu vertreten, dass der Film auf der Leinwand oder auf dem Fernseher verständlich ist. Weil ein Film, der nicht gesehen wird, ist so etwas Ähnliches wie ein Bild, das falsch herum an der Wand hängt. Ich finde es eine Wahnsinnshöchststrafe, uns über Monate hinweg an Filmen abzuarbeiten, um jede Zeile wirklich zu kämpfen, und zwar mit Lauterkeit, aber auch mit Redakteuren, die sehr anständig und klug waren, und die uns geholfen haben, die Filme besser zu machen.

Eine Sache habe ich vorbereitet, indem ich mich ein bisschen durchgelesen habe durch die Zeitungen und auf das Wort ‚Leidenschaft’ geachtet habe. Drei Ausschnitte dabei, aus der letzten Woche, Hamburger Morgenpost, kleine Zeitung, Boulevardzeitung, am Donnerstag war Leidenschaft das Motto des Tages. Da wird gesagt von Kollegin Moravia: ‚Wenn die Passion fehlt, fehlt alles. Ohne die Leidenschaft ist nichts zu erreichen.’ Das ist ungefähr dieselbe Ausgabe, in der drinsteht: ‚VfB Stuttgart: Veh fordert Leidenschaft.’ Das ist aber ungefähr drei Tage nachdem ‚Ohne Leidenschaft – Fehlstart für den HSV’ in der Zeitung gestanden hat. Ich will damit sagen, das kann es nicht alleine sein. Ich glaube, es gibt da so eine Art Dialektik.

Ich habe immer mal gesagt: Film ist eine Operation, wo wir ganz viel Ungeduld für brauchen und ganz viel Geduld. Kein Mensch, der nicht leidenschaftlich ist, kann einen Film machen. Ich glaube trotzdem, man braucht auch das Stoische, man braucht auch das Genau-Hingucken. Und ich denke, es braucht in diesem Diskurs immer jemanden, der die Rolle spielt, sich zu fragen: Funktioniert das auch?

Ich habe ja zehn Jahre mit Fatih [Akin] zusammengearbeitet, wir haben zwei Kurzfilme zusammen gemacht und uns gekloppt wie die Irren und vier lange Filme. Aber wir haben beide dabei gewonnen. Wir haben beide dabei gelernt. Und die Filme haben davon profitiert, und ich bin sehr gerne bereit, auch noch mal stolz zu sein auf solche Filme wie IM JULI. Das Einspielergebnis hat uns natürlich total enttäuscht, aber das war echt eine Enttäuschung auf hohem Niveau, denn lustigerweise haben wir gar nicht die Zuschauer bekommen, die wir wollten, aber dafür ganz andere.

Trotzdem bin ich stolz auf die Gespräche, die wir geführt haben, und stolz darauf, dass wir immer gekämpft haben um den letzten Zuschauer, auch wenn wir ihn nicht gefunden haben. Und ehrlich gesagt, Til, ich beneide dich darum, dass du weißt, wie es geht. Ich beobachte dich dabei und versuche zu lernen.”

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