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Fritzi Haberlandt und Timo Hietala::beim Nominiertenabend in der PanAm Lounge
Susanne Bormann, Bernhard Schütz, Petra Zieser und Hendrik Handloegten::beim Nominiertenabend in der PanAm Lounge
Sigrid Hörner und Natja Bruckhorst::beim Werkstattgespräch mit Günter Rohrbach im September in München

Natja Brunckhorst

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„Die Leidenschaftlichkeit kommt aus der Tiefe der Gefühle; und nicht nur einfach so Gefühle, sondern: Die Tiefe der Gefühle, an die du die Zuschauer heranführst. Und wie bekomme ich nun die Menschen dazu, mir dahin zu folgen? In die Abgründe der Seele, die jeder hat, sie aber nicht zugeben will oder nicht ausleben kann – sie daher aber im Kino sehen möchte. Die Ereignisse und Gefühle aber so glaubwürdig zu machen, dass er zumindest in dem Moment denkt, es wäre seine eigenen. Und für einen Moment, für einen kleinen Moment bereit ist mitzugehen. Das ist genau die Kunst, und da beginnt dann auch die Leidenschaft.

Ich sehe das auch ein bisschen so – und das habe ich als Schauspielerin schon immer gedacht –, dass wir so etwas sind wie Medizinmänner bei den Indianern: Wir durchleben die Gefühle, wir werfen uns auf den Boden und die anderen schauen zu. Aber sie erleben es mit, sie werden mit angesprochen, eine Saite klingt mit. Und am Schluss liegen wir dann vollkommen erschöpft und durchlebt am Boden, und die anderen gehen relativ glücklich nach Hause.

In Deutschland kann man keine Kinofilme machen ohne Fernsehen. Ich glaube, genau das ist der Untergang des individuellen Speziellen und des besonderen Kinofilms. Kino kommt vom Stummfilm – Fernsehen kommt vom Radio. Das Fernsehen, repräsentiert durch den Redakteur bei diesen Besprechungen, fordert zu Recht und weil es seinem Wesen entspricht, immer mehr Worte. Immer mehr Worte! Wir werden dauernd genötigt, immer mehr Worte in die Bücher zu schreiben, als es einem guten Kinofilm gut tut. Noch ein Satz hier, noch eine Erklärung da, immer ein Erklärungssatz zu viel.

Und das Besondere, das Einzigartige – die phantastischen Bilder und die Leidenschaft – geht komischerweise verloren, wenn man zuviel darüber redet. Sie werden in Grund und Boden gestampft, der Zauber verflüchtigt sich und die Banalität hält Einzug. Also: Wo bleibt die Leidenschaft im deutschen Film? Wir quatschen sie tot.”

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