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Thomas Kufus und Tom Spieß::auf dem Empfang zum Filmfest München
Eva Hubert und Claudia Schröder::auf dem Panel beim Filmfest Hamburg
Susanne Bormann, Bernhard Schütz, Petra Zieser und Hendrik Handloegten::beim Nominiertenabend in der PanAm Lounge

Matthias Elwardt

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„Ich möchte das Thema leicht variieren, denn ich habe ja seit 1990 ein Kino und könnte somit glücklich sein. Doch was mir fehlt, was mehr sein könnte, ist die Leidenschaft für das Kino im deutschen Film. Das Kino war und ist der preiswerteste und zugänglichste Ort, um gemeinsam Kultur zu erleben. Nicht umsonst ist das Kino oft der erste Ort einer Verabredung und somit der Beginn vieler Romanzen. Das Kino ist der Heimatort des Films. Wer zum Beispiel in den Berlinalevorführungen von GEGEN DIE WAND oder IRINA PALM gesessen hat, weiß, was ich meine.

Was wir aber auch brauchen, ist moderne Kinobildung beziehungsweise Medienerziehung für alle. AUGE IN AUGE von Michael Althen und Hans-Helmut Prinzler ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, weil er neugierig auf Filmgeschichte macht. Wir sind täglich einer Bilderflut ausgesetzt, haben bis heute aber wenig gelernt über Herkunft, Entstehung und Wirkung dieser Bilder. Doris Dörrie und Rosa von Praunheim haben in einem Interview beschrieben, wie wenig Filmwissen ihre Studenten haben. Das klingt nach Nichtschwimmern im Bildermeer, wenn Doris Dörrie etwa erzählt, dass sie die Tickets für PERSEPOLIS bezahlt hat, damit ihre Studenten sich endlich mal diesen Film ansehen.

Wir brauchen berührende Geschichten, in Bildern für die große Leinwand. Nicht kleine Fernsehgerichte, häufig übergossen mit einer unsäglichen Musiksoße. Wer THERE WILL BE BLOOD von Paul Thomas Anderson gesehen hat, weiß um die Wucht von Kinobildern. Der weiß um die Wucht eines Kinosoundtracks, und der weiß, im Sinne Natja Brunckhorsts, um Wortkargheit, denn in der ersten Viertelstunde des Films wird nur ein Satz gesprochen, und es fehlt uns trotzdem nichts.

Das Kino braucht aber auch den Respekt der Produzenten und der Fernsehanstalten. Wir sind keine schnelle Veredelungsanstalt für Videoveröffentlichungen und Fernsehausstrahlungen unter Umgehung der sehr sinnvollen Sperrfristen. Wir brauchen und wollen Qualität auf der Leinwand und müssen natürlich auch selbstkritisch fragen, ob wir als Servicebetriebe, die wir ja schließlich auch sind, entsprechende Qualität bieten. Ich glaube aber an die Zukunft des Kinos und an ein Publikum, das dieser Faszination immer wieder erliegt. Und ich habe das Glück, dass dieses Publikum jeden Abend zu mir ins Kino kommt.

Alexander Kluge sagte: ‚Der Film ist eine Ware, die durch Verbrauch wertvoller wird. Das gibt es sonst nur in der Erotik.’”

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