„Sich gegen die eigene Verbravtheit zu stellen, wie Mierendorff das genannt hat: Verbravt! – Das, so finde ich, ist die größte Anstrengung. Und das immer und immer zu machen, ja, dazu gehört Leidenschaft und eine gute Kondition. Aber darum geht es, dass man das immer wieder leistet. Trotzdem träumen wir natürlich immer dasselbe: Wir wollen ganz tolle Kritiken, wir wollen alle Filmpreise und wir wollen das Massenpublikum.
Jetzt weiß eigentlich jeder, dass man für gute Kritiken und Preise Tragödien drehen muss. Man muss düster und tragisch sein, dann sind die Chancen ganz gut. Die Massen, das wissen wir eigentlich auch, wollen etwas ganz Anderes: Die Massen wollen unterhalten werden. Das heißt: Kunst oder Ware – daran stoßen wir uns den Kopf blutig, seit es Film gibt.
Und ich glaube, dass wir die Herausforderung annehmen sollten, immer beides sein zu wollen, natürlich künstlerische Filme zu machen, aber gleichzeitig eben auch Filme, die ankommen, die unterhalten. Dass diese Zerrissenheit wirklich uns selber auch ausmacht und ich mich nicht entscheide für das Eine oder für das Andere, sondern mit dieser Zerrissenheit immer wieder versuche, eine gute Geschichte so gut wie möglich zu erzählen.
Deshalb plädiere ich dafür, dass wir doppelköpfig bleiben, die doppelköpfige Hydra, dass wir unterhaltsame Filme machen, die gleichzeitig auch Kunst sind. Und dass wir uns nicht auseinanderdividieren lassen, dass wir nicht das Eine ständig gegen das Andere ausspielen. Das interessiert mich selbst, auch als Zuschauer, nicht wirklich. Ich möchte beides: Ich möchte einen großartigen, künstlerisch wertvollen Film sehen, der mich aber auch zutiefst unterhält und bewegt.”
Deutsche Filmakademie e.V.
Köthener Straße 44
10963 Berlin
T: +49 30 257 587 9-0
F: +49 30 257 587 9-10
E: info@deutsche-filmakademie.de