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::Deutscher Filmpreis 2016
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Offener Brief an die Bundesregierung und die Mitglieder des Deutschen Bundestages

Berlin, den 27. Oktober 2014

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung,
sehr geehrte Mitglieder des Deutschen Bundestages,

als sich im Frühsommer dieses Jahres die öffentliche Auseinandersetzung zwischen der deutschen Filmbranche und der Bundesregierung spürbar verschärfte, trafen sich die Vertreter der Verbände und Institutionen, die sich vernehmbar gegen eine Kürzung des DFFF geäußert hatten, auf Einladung der Deutschen Filmakademie, um eine konstruktive Strategie zum Erhalt eines Fördermodells auf hohem Niveau zu entwickeln. Schließlich ging es um ein Fördermodell, das seit seiner Einführung im Jahr 2007 von der Bundesregierung selbst als Erfolgsmodell gefeiert und von der Filmbranche als solches tatsächlich erlebt wird. Der Deutsche Filmförderfonds hat den Filmstandort Deutschland nachhaltig gestärkt und mittels seines automatischen Prinzips auch die inhaltliche und formale Vielfalt in der deutschen Filmkultur verstetigt.

Darum suchten die oben genannten Institutionen, zu denen die Produzentenallianz ebenso gehörten wie HDF und VdF, die SPIO ebenso wie die MPA, Studio Babelsberg ebenso wie die Deutsche Filmakademie, nach Wegen, Mitteln und Argumenten für die Bundesregierung und den Bundestag, eine sachlich nicht nachvollziehbare Entscheidung offensiv revidieren zu können.

Man einigte sich, eine renommierte und unabhängige Wirtschaftsberatungsfirma mit einer Studie über die volkswirtschaftlichen Effekte der Kinofilmproduktion zu beauftragen und entschied sich für Roland Berger Strategy Consultants. Für die Finanzierung des Gutachtens sorgten die Teilnehmer des Treffens sowie eine Reihe weiterer Produktionsunternehmen und Investitionsbanken.

Diese Studie liegt seit Anfang Oktober vor und ist sowohl der Bundesregierung als auch dem Parlament bekannt. Die Ergebnisse bestätigen die positiven Wirkungen des DFFF – auch unter fiskalischen Gesichtspunkten – und sprechen eindeutig gegen eine Kürzung des Fördervolumens beim DFFF im ersten und mindestens für eine Verstetigung auf hohem Niveau im zweiten Schritt. „Schon eine geringfügige Absenkung des DFFF-Volumens hätte spürbar negative Auswirkungen auf Produktionsumsatz, Beschäftigung und Steuereinnahmen“, heißt es wörtlich in der Studie. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass bereits eine geringe Aufstockung um zehn Prozent ein deutliches Mehr an Beschäftigung und Steuereinnahmen implizieren würde. Andererseits entginge dem Staat bei einer Reduktion um denselben Faktor bereits „das Dreifache der Summe, die durch eine DFFF-Kürzung eingespart würde“.

Ganz abgesehen davon, dass uns Filmschaffende schon diese rein rechnerischen Argumente davon überzeugen, dass die volkswirtschaftliche Effektivität des DFFF nicht gefährdet, sondern offensiv genutzt werden sollte, möchten wir auch aus Sicht der Kreativen auf weitere Gefahren einer Reduktion der Mittel hinweisen. Der DFFF hat den Filmstandort Deutschland belebt und internationalisiert. Er hat zu einem spannenden Know-How-Transfer und ständigem künstlerischen Austausch zwischen den unterschiedlichen Kino-Kulturen geführt. Er hat unser Land nicht zum attraktiven Ziel für einen inhaltslosen Produktionstourismus gemacht, sondern zu einem handwerklich, technologisch und künstlerisch geachteten Player auf der Karte des Weltkinos. Dort können wir aber nur weiter bestehen, wenn wir auch als Standort so attraktiv bleiben wie andere Länder z.B. die USA, Kanada oder Großbritannien, die ihre Fördermaßnahmen derzeit eher aufstocken, als sie zu reduzieren.

Wir möchten daher ausdrücklich an die Bundesregierung und die Mitglieder des Deutschen Bundestages appellieren, das Volumen des Deutschen Filmförderfonds keinesfalls unter das Niveau der ersten Jahre zurückfallen zu lassen. Laut Studie wäre ein Mehr sogar die noch effektivere Lösung.

Eine solche Entscheidung kann nach unserer Auffassung den Haushalt nicht zusätzlich belasten. Im Gegenteil. Denn auch in unseren ganz privaten Etats wird eine kleine Einsparung durch größere Einnahmen naturgemäß nicht nur ausgeglichen, sondern übertroffen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter R. Adam (Editor)
Feo Aladag (Regisseurin/Schauspielerin)
Michael Ballhaus (Kameramann)
Iris Berben (Schauspielerin)
Senta Berger (Schauspielerin)
Moritz Bleibtreu (Schauspieler)
Hark Bohm (Regisseur)
Fred Breinersdorfer (Drehbuchautor)
Jutta Brückner (Regisseurin)
Daniel Brühl (Schauspieler)
Natja Brunckhorst (Drehbuchautorin)
Detlev Buck (Regisseur)
Pepe Danquart (Regisseur)
August Diehl (Schauspieler)
Doris Dörrie (Regisseurin)
Ken Duken (Schauspieler)
Roland Emmerich (Regisseur)
Veronica Ferres (Schauspielerin)
Ulrike Folkerts (Schauspielerin)
Jochen Freydank (Regisseur)
Florian Gallenberger (Regisseur)
Bruno Ganz (Schauspieler)
Martina Gedeck (Schauspielerin)
Michael Haneke (Regisseur)
Corinna Harfouch (Schauspielerin)
Benjamin Heisenberg (Regisseur)
Werner Herzog (Regisseur)
Oliver Hirschbiegel (Regisseur)
Sherry Hormann (Regisseurin)
Nina Hoss (Schauspielerin)
Burghart Klaußner (Schauspieler)

 

Sebastian Koch (Schauspieler)
Thomas Kretschmann (Schauspieler)
Marco Kreuzpaintner (Regisseur)
Joachim Król (Schauspieler)
David Kross (Schauspieler)
Dani Levy (Regisseur)
Caroline Link (Regisseurin)
Ulrich Matthes (Schauspieler)
Claudia Michelsen (Schauspielerin)
Axel Milberg (Schauspieler)
Götz Otto (Schauspieler)
Wolfgang Petersen (Regisseur)
Katja Riemann (Schauspielerin)
Stefan Ruzowitzky (Regisseur)
Clemens Schick (Schauspieler)
Volker Schlöndorff (Regisseur)
Hans-Christian Schmid (Regisseur)
Maria Schrader (Schauspielerin/Regisseurin)
Jessica Schwarz (Schauspielerin)
Til Schweiger (Regisseur/Schauspieler)
Matthias Schweighöfer (Regisseur/Schauspieler)
Marie-Lou Sellem (Schauspielerin)
Jasmin Tabatabai (Schauspielerin)
Katharina Thalbach (Schauspielerin)
Margarethe von Trotta (Regisseurin)
Tom Tykwer (Regisseur)
Andres Veiel (Regisseur)
Michael Verhoeven (Regisseur)
Christoph Waltz (Schauspieler)
Hans Weingartner (Regisseur)
Wim Wenders (Regisseur)

Die gesamte Studie zum Nachlesen:
<media 8948>Volkswirtschaftliche Effekte der Kinofilmproduktion in Deutschland (PDF, 847 KB)</media>

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