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Deutsche Drehbücher

Am Anfang ist ja bekanntlich das Wort. So auch im Kino. Bevor sich eine Armada von Spezialisten anschickt, einen Film zu realisieren, muss sich ein Autor diesen Film erst einmal ausdenken, Satz für Satz, Szene für Szene. Das Drehbuch ist jenes Medium, womit Regisseure begeistert, Produzenten überzeugt, Schauspieler gewonnen, Finanziers belagert, Kameraleute inspiriert und Teammitglieder geworben werden. Der Regisseur und sein Team hauchen den schwarzen Zeichen auf dem Papier Leben ein. Aber ohne ein gutes Drehbuch ist die ganze Kunst von Regie und allen Gewerken vergebens.
Wir wollen die Arbeit herausragender Drehbuchautoren, deren Bücher für den Deutschen Filmpreis nominiert wurden, dem Publikum vorstellen. Vielleicht kennen Sie den fertigen Film bereits und lassen sich jetzt überraschen, wie das zugrunde liegende Drehbuch war?! Oder Sie kennen den Film noch nicht und wollen erst einmal das Drehbuch lesen, um zu erfahren, wie der Film im Kopf des Autors aussah?! Oder Sie lesen nur dieses Drehbuch und inszenieren in Ihrem Kopf Ihren ganz persönlichen Film. Viel Spaß dabei!  

Die Drehbücher der Jahrgänge 2008 bis 2012 können Sie als Taschenbuch online bestellen. Die Drehbücher ab dem Jahrgang 2013 sind ausschließlich online lesbar, indem Sie auf die einzelnen Cover klicken.



Jahrgang 2016

Weihnachten – das Fest der Liebe und die Zeit der Harmonie und Geborgenheit. Vier Jugendliche verbringen aus sehr unterschiedlichen Gründen dieses Jahr Heiligabend in der Psychiatrie. Zu ihrem Glück steht ihnen der unkonventionelle Arzt Dr. Wolff zur Seite, der in allen Vier ihre Stärken sieht und ihnen mehr zutraut als sie sich selbst. Gemeinsam erleben sie ein Weihnachten, das sie nie vergessen werden – voller Trotz und Traurigkeit, aber auch voller Ironie, Humor und Überraschungen.

Deutschland 1957. Während die junge Bundesrepublik die NS-Zeit hinter sich lassen will, kämpft der kompromisslose Staatsanwalt Fritz Bauer (Burghart Klaußner) unermüdlich dafür, die Täter im eigenen Land vor Gericht zu stellen. Zwölf Jahre nach Kriegsende erhält er den entscheidenden Hinweis darauf, wo sich der frühere SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann versteckt hält. Gemeinsam mit dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann (Ronald Zehrfeld) beginnt Bauer, die Hintergründe zu recherchieren. Doch es formiert sich Widerstand bis in die höchsten Kreise.

Hedi, Uli und ihr Sohn Finn haben sich ihr Leben gut eingerichtet – sie nehmen den Alltag, wie er kommt und träumen von dem, was sein könnte. Doch plötzlich steckt Hedi fest. Erst mal nur im Aufzug, aber dann auch im Kopf. Und mit einem Mal ist nichts mehr, wie es war. Obwohl sie versuchen, aneinander festzuhalten, gerät Hedis und Ulis Welt aus den Fugen. Um ihrer Liebe eine letzte Chance zu geben, beschließen sie, nach Norwegen zu reisen und noch einmal glücklich zu sein – zumindest für 24 Stunden.





Jahrgang 2015

Seit sechs Jahren touren die beiden Unternehmensberater Öllers und Niederländer durch die dreckigsten Länder der Welt, um den Profithunger ihrer Kunden zu stillen. Ihr Ziel scheint nah: endlich in den Firmenolymp aufsteigen, endlich Partner werden! Als sie erfahren, dass ihr Teamkollege Hellinger den ersehnten Karriereschritt gemacht hat, liegen die Nerven blank. Hellingers Nachfolgerin ist die junge, ehrgeizige Bianca. Öllers und Niederländer sind genervt, Sarkasmus macht sich breit, Neurosen brechen aus. Der Kampf um das Überleben in der Company geht an die Substanz – die Zeit der Kannibalen bricht an. Für das Drehbuch erhielt Stefan Weigl den Deutschen Filmpreis.

Benjamin ist ein Niemand. Das ändert sich schlagartig, als er plötzlich den charismatischen Max kennenlernt. Auch wenn beide nach außen nicht unterschiedlicher sein könnten, so eint sie doch dasselbe Interesse: Hacken. Gemeinsam mit Max' Freunden gründen sie die subversive Hackergruppe CLAY. Zum ersten Mal in seinem Leben ist Benjamin ein Teil einer Gemeinschaft. Doch aus Spaß wird plötzlich Ernst, als die Gruppe auf das Fahndungsraster von BKA und Europol gerät. Ein Drehbuch von Jantje Friese und Baran bo Odar.

Jack ist zehn Jahre und noch nicht lange im Heim. Die Vorfreude auf die Ferien ist groß. Doch am letzten Schultag wird er von seiner Mutter nicht abgeholt. Sie ruft an und vertröstet ihn.
Als Jack aus Versehen einen anderes Heimkind verletzt, läuft er verängstigt nach Hause, um Schutz bei seiner Mutter zu suchen. Doch die ist nicht zuhause. Nachdem Jack seinen sechsjährigen Bruder Manuel von einer Freundin abgeholt hat, machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach ihrer Mutter. Über mehrere Tage ziehen sie durch die Stadt und folgen ihrer Spur. Ein Drehbuch von Nele Mueller-Stöfen und Edward Berger.

Vor dem Hintergrund wahrer Begebenheiten wirft der Film einen ganz eigenen, besonderen Blick auf das Lebensgefühl der Wirtschaftswunderjahre in der BRD – die Zeit von Petticoat und Rock’n Roll, in der die Menschen Vergangenes vergessen und lieber nach vorne blicken wollten. Gegen alle Widerstände kämpft ein junger Staatsanwalt in den 1950er Jahren für Wahrheit und den ersten Auschwitz-Prozess. Ein Drehbuch von Elisabeth Bartel und Giulio Ricciarelli.



Jahrgang 2014

Auf sein vergrabenes Diebesgut wurde einfach eine Turnhalle gebaut. Der Ex-Knacki Zeki Müller (Elyas M'Barek) hat keine andere Wahl und muss als vermeintlicher Aushilfslehrer an der Goethe-Gesamtschule anheuern. Während er nachts nach seiner Beute gräbt, bringt er tagsüber mit seinen ruppigen aber nachhaltigen Lehrmethoden die Chaotenklasse 10b auf Spur. Ohne zu ahnen, in wen sie sich da gerade verliebt, ermahnt die überkorrekte Referendarin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) ihren Kollegen zu pädagogischer Verantwortung und erweckt in dem Raubein Interesse. Ein Drehbuch von Bora Dagtekin.

FINSTERWORLD spielt in einem scheinbar aus der Zeit gefallenen Deutschland. Ein Land, in dem immer die Sonne scheint, Kinder Schuluniformen und Polizisten Bärenkostüme tragen, und Fußpfleger alten Damen Kekse schenken. Jedoch lauert hinter der Schönheit dieser Parallelwelt der Abgrund, und dorthin geht die Reise. Ein Drehbuch von Frauke Finsterwalder und Christian Kracht.

 

Den Deutschen Filmpreis für das Beste Drehbuch erhielt 2014 Edgar Reitz für DIE ANDERE HEIMAT. Das Drehbuch wurde uns vom Urheber leider nicht zur Verfügung gestellt.



Jahrgang 2013

Ben bekommt die einmalige Chance für einen Neuanfang im betreuten, freien Vollzug. Als einer von sieben jugendlichen Straftätern, soll er in der familiären Gemeinschaft soziale Kompetenz erlernen und Geborgenheit erfahren. Doch als er auf seine Hausmutter Eva trifft, ist er geschockt: Sie ist eines seiner Opfer. Sein brutaler Überfall auf sie wurde nie aufgeklärt. Während Ben alles versucht, um in der Gruppe nicht aufzufallen, wächst in Eva der Verdacht. Ein Drehbuch von Anna Maria Praßler.

1933 verlässt die Jüdin Hannah Arendt Deutschland und emigriert 1941 über Frankreich nach Amerika. Dort avanciert die Journalistin zu einer anerkannten politischen Philosophin und Intellektuellen. 1961 wird sie von dem Magazin "The New Yorker" beauftragt, den Prozess gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann in Jerusalem zu verfolgen. Ihre Beobachtungen und Gedanken verarbeitet sie in ihrem berühmtesten und zugleich umstrittensten Buch „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“, das teils auf harsche Kritik und Unverständnis stieß, da sie darin Eichmann nicht als "Monstrum", sondern vielmehr als einen "banalen" Bürokraten beschreibt. Ein Drehbuch von Pamela Katz und Margarethe von Trotta.

Den Deutschen Filmpreis erhielt Jan Ole Gerster für das Drehbuch von OH BOY. Das Drehbuch wurde uns vom Urheber leider nicht zur Verfügung gestellt.



Jahrgang 2012

DDR im Sommer 1978. Barbara ist Ärztin und hat einen Ausreiseantrag gestellt. Daraufhin wird sie in ein kleines Provinzkrankenhaus strafversetzt. Dort lebt sie wie in einem Durchgangslager. Sie will nur noch weg. Ihr Geliebter, ein westdeutscher Außenhandelsmitarbeiter arbeitet an ihrer Flucht. Barbara wartet. Doch ihr neuer Chef, Andre, verwirrt Barbara. Ist er auf sie angesetzt? Oder hat er sich in sie verliebt? Barbara verliert die Kontrolle. Über sich. Über die Liebe. Über ihr Leben. Ein Drehbuch von Christian Petzold.

Marisa ist Neonazi und rast durch die Welt wie ein offenes Rasiermesser. Eine Schlägerin, die alles und jeden hasst, weil ihr Freund im Knast sitzt. Ihr Weltbild gerät ins Wanken, als der junge afghanische Flüchtling Rasul ihren Weg kreuzt. Sie beginnt ihre bisherige Haltung zu hinterfragen. Doch der Weg aus der Szene wird härter als sie ahnt. Für das Drehbuch erhielt David Wnendt den Deutschen Filmpreis.



Jahrgang 2011

Mit ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND haben die beiden Schwestern Yasemin Samdereli und Nesrin Samdereli den Deutschen Filmpreis 2011 für das Beste Drehbuch gewonnen. Ein mit Liebe zum Detail entwickelter Publikumsfilm, der mit Hilfe einer unkonventionellen Erzählweise aus einer deutsch-türkischen Familiengeschichte ein universelles Thema macht, das uns alle btreifft.

Gülistan und ihr jüngerer Bruder wachsen in Diyarbakir auf, einer Stadt im Herzen von Türkisch-Kurdistan. Ihr Vater gerät als regimekritischer Journalist ins Visier der paramilitärischen Todesschwadronen und wird gemeinsam mit der Mutter vor den Augen der Kinder erschossen. Die mittelosen Geschwister enden auf den Straßen der Stadt. Hier freundet sich Gülistan mit der jungen Dilan an, die als Prostituierte arbeitet. Mit großem Entsetzen entdeckt Gulistan eines Tages, dass einer von Dilans Freiern der Mörder ihrer Eltern ist. Ein Drehbuch von Miraz Bezar.

Mit VINCENT WILL MEER liefert Florian David Fitz sein Drehbuchdebut ab, für das er zugleich den Deutschen Filmpreis 2011 für die beste männliche Hauptrolle und die LOLA in Gold für den BESTEN SPIELFILM gewonnen hat. Ein Roadmovie, das sich zielsicher auf dem schmalen Grat zwischen Drama und Komödie bewegt und einen Tonfall findet, der Zuschauer und Figuren ernst nimmt und damit einer der Überraschungserfolge im Kinojahr 2010 wurde. 

 

 



Jahrgang 2010

Umay ist mit ihrem Sohn Cem vor ihrem Ehemann in Istanbul zurück nach Berlin geflohen und will hier ein selbständiges Leben führen. Sie weiß, dass sie ihretrFamilie damit viel zumutet, hofft aber, dass die Familienverbundenheit stärker ist als alle gesellschaftlichen Zwänge. Doch schon bald erkennt sie, dass das ein Trugschluss war. Als die Familie beschließt, Cem zu seinem Vater in die Türkei zurückzuschicken, um den Ruf der Familie wieder herzustellen, flieht Umay erneut. Sie verliebt sich in Stipe und baut für Cem und sich ein neues Leben auf, das leider nicht von Dauer ist. Ein Drehbuch von Feo Aladag.

Ein Dorf im protestantischen Norden Deutschlands. 1913/14, Vorabend des ersten Weltkriegs. DAS WEISSE BAND erzählt die Geschichte des vom Dorflehrer geleiteten Schul- und Kirchenchors - seine kindlichen und jugendlichen Sänger und deren Familien: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Hebamme, Arzt, Bauern, ein Querschnitt durch die Bevölkerung. Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an. Wer steckt dahinter? Für das Drehbuch erhielt Michael Haneke den Deutschen Filmpreis.

Der Schauspieler Otto Kullberg ist ein Mann, den die Frauen lieben und die Männer mögen. Gelegentlich trinkt er zu viel. Als er deshalb einen Drehtag seines neuen Films verpatzt, wird ein jüngerer Kollege engagiert, mit dem alle Szenen zur Sicherheit ein zweites Mal gedreht werden. Otto Kullberg, ein Sprücheklopfer und Mittelpunktmensch, muss seine Rolle im Film behaupten. Im Duell der Darsteller will keiner verlieren. Alle lieben die Wahrheit und jeder lügt. Ein Drehbuch von Wolfgang Kohlhaase.



Jahrgang 2009

NOVEMBERKIND, eine Gemeinschaftsarbeit von Christian Schwochow und Heide Schwochow, erzählt die Geschichte der jungen Frau Inga, die in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen ist.  Ihre Mutter Anne ist laut Erzählung der Großeltern in der Ostsee ertrunken. Eines Tages taucht der Literaturprofessor Robert auf und behauptet, Anne vor ein paar Jahren in Konstanz getroffen zu haben. Für Inga brechen Welten zusammen, als sie entdeckt, dass Robert Recht hat. Aber was ist damals wirklich passiert? Warum hat ihre Mutter sie damals in der DDR zurückgelassen? Eine Spurensuche quer durch Deutschland beginnt, bei der immer deutlicher wird, dass Roberts Auftauchen in Ingas Leben kein Zufall war.

Gemeinsam mit seinem besten Freund Tibet will sich Chiko als Drogendealer Einfluss und Reichtum verschaffen. Ein Weg, der nur über die Kiezgröße Brownie führt. Mit Mut und Schlagfertigkeit verschafft sich Chiko dessen Aufmerksamkeit, und schon bald bekommt er seine Chance. Als aber Tibet Brownie hintergeht, kommt es zu einer Zerreißprobe: Brownie will mit ihm nichts mehr zu tun haben. Und Chiko muss sich entscheiden, was zählt: die Loyalität zu seinem besten Freund – oder sein Bedürfnis nach Anerkennung, Respekt und Macht. Özgür Yildirim erhielt für das Drehbuch den Deutschen Filmpreis.

Der 25-jährige Bundeswehrsoldat David kehrt nach dem Auslandseinsatz in Afghanistan zurück in sein Heimatdorf. Dort wird er freudig von seiner Familie und seiner Freundin in Empfang genommen. Doch die Erlebnisse in der Krisenregion haben David schwer erschüttert und einen Traumatisierten zurückgelassen, der die Nähe zu seinem Jungen Halbbruder Benni sucht. Eine gefährliche Beziehung, die zu eskalieren droht. Ein Drehbuch von Johanna Stuttmann.



Jahrgang 2008

Die Wege von sechs Menschen kreuzen sich. Der Tod führt sie zusammen, auf einer emotionalen Reise zur Vergebung. Als der Witwer Ali die Prostituierte Yeter überredet, bei ihm einzuziehen, ist sein Sohn Nejat irritiert. Nejat taut erst auf, als er erfährt, dass sie ihrer Tochter Ayten regelmäßig Geld für ihr Studium schickt. Nach Yeters plötzlichem Tod reist Nejat in die Türkei, um Ayten zu suchen. Die politische Aktivistin Ayten ist jedoch vor der türkischen Polizei nach Deutschland geflüchtet und bei einer jungen Frau, Lotte, untergetaucht. Als sie von der Polizei aufgegriffen und in die Türkei zurückgeschickt wird, macht sich Lotte auf die Suche nach der Freundin. Für das Drehbuch erhielt Fatih Akin den Deutschen Filmpreis 2008.

Nur Trudi weiß, dass ihr Mann Rudi schwer krank ist. Sie beschließt, die Erkrankung geheim zu halten und schlägt eine letzte gemeinsame Unternehmung vor. Sie besuchen ihre Kinder und Enkelkinder in Berlin und müssen feststellen, dass ihre Kinder mit ihrem eigenen Leben viel zu beschäftigt sind, um sich um die Eltern zu kümmern. Die beiden beschließen daraufhin, in ein Hotel an die Ostsee zu fahren. Als Trudi überraschend stirbt, ist Rudi völlig aus der Bahn geworfen. Nachdem er von Trudis geheimen Sehnsüchten erfährt, macht er sich auf den Weg, diese zu entdecken und sieht seine verstorbene Frau mit neuen Augen. Ein Drehbuch von Doris Dörrie.

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