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26.05.2010

Endlich: Regisseur Jafar Panahi auf freiem Fuß

Der iranische Filmemacher Jafar Panahi hat erfolgreich gegen seine Haftbedingungen gekämpft. Panahi, der seit Anfang März in dem berüchtigten Gefängnis Evin in Teheran saß und seit dem eine Welle internationaler Proteste und Solidaritätserklärungen gegen die Willkür-Justiz des Iran auslöste (die Deutsche Filmakademie beteiligte sich an diesem Protest, siehe Pressemeldung vom 3. März 2010), wurde gegen eine am Dienstag gezahlte Kaution von ca. 160.000 € freigelassen. Das bestätigte Zeitungsberichten zufolge jetzt auch seine Ehefrau.

Vor knapp zwei Wochen war Jafar Panahi in den Hungerstreik getreten und hatte eine Erklärung veröffentlichen können, in der er seine Haftbedingungen beschrieb und unter anderem seine Freilassung bis zum Beginn des Prozesses gegen ihn forderte. Diese Erklärung hat sein berühmter Kollege Abbas Kiarostami während einer Pressekonferenz auf dem Filmfestival von Cannes verlesen. (Wir haben den Text am 20. Mai auf dieser Seite veröffentlicht.) Die Solidaritätsaktionen des Festivals – dazu gehörten eine Einladung in die Internationale Jury und eine deutliche Protestnote der Festivalleitung zu Beginn der Festspiele – dürften den öffentlichen internationalen Druck auf die iranische Regierung zusätzlich verstärkt haben.

Nach unbestätigten Meldungen soll auch Panahis seit Dezember letzten Jahres inhaftierter Kollege Mohammad Nourizad  inzwischen frei sein.
Die iranische Staatsanwaltschaft wirft Jafar Panahi übrigens vor, an einem regimekritischen Film über die Unruhen nach den Präsidentschaftswahlen vom 9. Juni 2009 zu arbeiten.


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