Bevor ein Film produziert werden kann, muss ihn sich ein Autor erst einmal ausdenken, Satz für Satz und Szene für Szene. Jeder Regisseur verlangt nach einem Drehbuch. Umso überraschender ist es, wie sehr sich das zugrundeliegende Drehbuch häufig vom fertigen Film unterscheidet.
Um diesen langwierigen Prozess vom Drehbuch zum fertigen Film nachvollziehbar zu machen, gibt die Deutsche Filmakademie gemeinsam mit ihren Mitgliedern Fred Breinersdorfer und Dorothee Schön seit 2008 die Reihe DEUTSCHE DREHBÜCHER heraus. So wird die Arbeit herausragender Drehbuchautoren vorgestellt, deren Bücher für den DEUTSCHEN FILMPREIS nominiert wurden.
Die Drehbücher der Jahrgänge 2008 bis einschließlich 2012 können Sie einzeln oder als komplette Jahrgänge online bestellen. Die Drehbücher ab dem Jahrgang 2013 sind ausschließlich online als pdf erhältlich, indem Sie auf die einzelnen Cover klicken.
Ben bekommt die einmalige Chance für einen Neuanfang im betreuten, freien Vollzug. Als einer von sieben jugendlichen Straftätern, soll er in der familiären Gemeinschaft soziale Kompetenz erlernen und Geborgenheit erfahren. Doch als er auf seine Hausmutter Eva trifft, ist er geschockt: Sie ist eines seiner Opfer. Sein brutaler Überfall auf sie wurde nie aufgeklärt. Während Ben alles versucht, um in der Gruppe nicht aufzufallen, wächst in Eva der Verdacht.
Im Jahr 1933 verlässt die Jüdin Hannah Arendt ihre deutsche Heimat und emigriert über Frankreich 1941 nach Amerika. Dort arbeitet sie als Journalistin und avanciert zu einer anerkannten politischen Philosophin und Intellektuellen. 1961 wird sie von dem Magazin "The New Yorker" beauftragt, den Aufsehen erregenden Prozess gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann in Jerusalem zu verfolgen. Ihre Beobachtungen und Gedanken verarbeitet sie in mehreren Artikeln, die in Ihr berühmtestes und zugleich umstrittenstes Buch einfließen: „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“ stößt teils auf harsche Kritik und Unverständnis, da sie Eichmann nicht als "Monstrum", sondern vielmehr als einen "banalen" Bürokraten beschreibt.
Im Jahrgang 2012 veröffentlichen wir zwei der drei zum Deutschen Filmpreis nominierten Drehbücher:
DDR Sommer 1978. Barbara ist Ärztin und hat einen Ausreiseantrag gestellt. Daraufhin wird sie in ein kleines Provinzkrankenhaus strafversetzt. Dort lebt sie wie in einem Durchgangslager. Sie will nur noch weg. Ihr Geliebter, ein westdeutscher Außenhandelsmitarbeiter arbeitet an ihrer Flucht. Barbara wartet. Doch ihr neuer Chef, Andre, verwirrt Barbara. Ist er auf sie angesetzt? Oder hat er sich in sie verliebt? Barbara verliert die Kontrolle. Über sich. Über die Liebe. Über ihr Leben.
Marisa ist Neonazi und rast durch die Welt wie ein offenes Rasiermesser. Eine Schlägerin, die alles und jeden hasst, weil ihr Freund im Knast sitzt. Ihr Weltbild gerät ins Wanken, als der junge afghanische Flüchtling Rasul ihren Weg kreuzt. Sie beginnt ihre bisherige Haltung zu hinterfragen. Doch der Weg raus wird härter als sie ahnt.
Die drei veröffentlichten Drehbücher des Jahrgangs 2011 sind ein Beweis für Vielfalt des deutschen Filmschaffens:
Mit ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND haben die beiden Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli den Deutschen Filmpreis 2011 für das Beste Drehbuch gewonnen. Ein mit Liebe zum Detail entwickelter Publikumsfilm, der mit Hilfe einer unkonventionellen Erzählweise aus einer deutsch-türkischen Familiengeschichte ein universelles Thema macht, das uns alle btreifft.
Mit VINCENT WILL MEER liefert Florian David Fitz sein Drehbuchdebut ab, für das er zugleich den Deutschen Filmpreis 2011 für die beste männliche Hauptrolle und die LOLA in Gold für den BESTEN SPIELFILM gewonnen hat. Ein Roadmovie, das sich zielsicher auf dem schmalen Grat zwischen Drama und Komödie bewegt und einen Tonfall findet, der Zuschauer und Figuren ernst nimmt und damit einer der Überraschungserfolge im Kinojahr 2010 wurde.
Die drei Drehbüchern des Jahrganges 2009 eint, dass sie sehr intensive, konfliktbeladene Geschichten behandeln, die von Einsamkeit und Lebensbrüchen erzählen.
AUF DER ANDEREN SEITE und KIRSCHBLÜTEN – HANAMI sind zwei Drehbücher, aus denen sehr intensive, berührende Filme erwachsen sind. Fatih Akin und Doris Dörrie haben sowohl das Drehbuch geschrieben als auch Regie geführt. Ihre Filme erzählen von der Trauer um geliebte Menschen – und könnten verschiedener kaum sein.
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