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Aktionen

MINIFILM Filmmakers in Prison

Seit dem 29. Dezember ist der nunmehr achte MINIFILM der Deutschen Filmakademie in zahlreichen Kinos des Landes zu sehen. Er möchte sowohl auf die Situation bedrohter oder verfolgter Filmemacher in aller Welt aufmerksam machen, als auch auf das Projekt der Deutschen Filmakademie.
Durch die dreiste Übertragung der Unrechtssituation im Iran oder Syrien auf deutsche Kinoprominenz soll die Dimension des universellen Unrechts für das hiesige Publikum direkt nachvollziehbar gemacht werden. Es wird deutlich, wie sehr dieses Thema uns alle angeht. Viele Kinobetreiber in Deutschland haben das erkannt und sich sofort bereit erklärt, den Minifilm kostenfrei auf über sechshundert Leinwänden in ganz Deutschland zu zeigen. Dafür sind wir sehr dankbar. Wir danken auch den beteiligten deutschen Schauspielern und den Herstellern und Rechteinhabern der für diesen Minifilm verwendeten deutschen Kinofilme für ihr Engagement!
Sie können sich den Minifilm hier anschauen.

Ein Abend der Solidarität – Volles Haus für Jafar Panahi

Markus Beeko, Alfred Holighaus, Dieter Kosslick und Fred Breinersdorfer

Als die Deutsche Filmakademie – in Zusammenarbeit mit der Berlinale und dem RBB-Sender radioeins – am 9. November im Kino der Kulturbrauerei in Berlin den Film zeigte, den der verurteilte iranische Regisseur Jafar Panahi zusammen mit seinem Kollegen Mojtaba Mirtahmasb in seiner Wohnung in Teheran gedreht (und im Mai zum Festival von Cannes geschmuggelt) hat, war der Saal 7 des Kinos bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Publikum war gespannt auf einen Film, der von sich selber behauptet, keiner zu sein (THIS IS NOT A FILM) – und der sich dann als starkes, ja überwältigendes Dokument des Kinos aus der Bedrängnis erwies. Dieser Film ist nicht einfach ein improvisiertes Tagebuch, geschrieben mit einer Kamera und einem iPhone. Dieser Film ist ein Dokument der Verzweiflung und der Hoffnung eines Künstlers, der seine Kunst nicht mehr ausüben darf – und den Ausweg zum Beispiel im Fahrstuhl seines Hauses findet.

Knut Elstermann und Ali Samadi Ahadi

Berlinale-Chef Dieter Kosslick, der 2006 Panahi einen Silbernen Bären für dessen Film OFFSIDE überreichen konnte und ihn in diesem Jahr in seine Jury einlud, berichtet zu Beginn der Vorführung eindrucksvoll von seinen Begegnungen mit dem iranischen Regisseur – übrigens auch in eben der Wohnung, wo der Film gedreht wurde. Nach der Vorführung, die das Publikum tief beeindruckt hinterließ, sprach radioeins-Moderator Knut Elstermann mit Fred Breinersdorfer, dem Regisseur Ali Samadi Ahadi (THE GREEN WAVE) und dem Amnesty-International-Vertreter Markus Beeko über die Situation bedrohter Filmemacher im Iran. Breinersdorfer, der zur Berlinale 2011 die Filmakademie-Initiative FILMMAKERS IN PRISON ins Leben gerufen hat, die sich seitdem regelmäßig mit der politischen Verfolgung kritischer Filmemacher weltweit beschäftigt, betonte die Bedeutung öffentlicher Solidaritätsbekundungen für verfolgte Filmschaffende als ständige Bedrohung für Verfolger. Ali Samadi Ahadi beschrieb die konkrete Situation seiner künstlerisch aktiv und politisch verfolgten Landsleute. Und Markus Beeko verwies auf Initiativen und Aktionen seiner Organisation zu diesem Thema.

Protest für Jafar Panahi auf der Berlinale 2011

Startschuss für das Projekt FILMMAKERS IN PRISON (Foto: Maurice Weiss)

Der erste Auftritt der Deutschen Filmakademie auf der Berlinale 2011 fand nicht etwa auf einer Party oder im Kino statt, sondern auf einem roten Teppich, der eigentlich grün leuchtete. Präsidium, Vorstand, Mitglieder und einige Freunde folgten dem Aufruf der Festivalleitung, sich vor der Aufführung des Films OFFSIDE an dem Protest gegen die Inhaftierung des und das Berufsverbot für den Regisseur Jafar Panahi aus dem Iran zu beteiligen. Panahi gewann mit diesem Film 2006 den Silbernen Bären und war in diesem Jahr Mitglied der Internationalen Jury. Er war aus den oben genannten Gründen nicht anwesend. Dafür aber viele, die sich dem Protest gegen die menschenrechtsfeindliche (Kultur-)Politik des Iran aktiv anschlossen.

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