Bereits mit ihrer Gründung – lange vor der konkreten Idee für das Portal vierundzwanzig.de – hat sich die Deutsche Filmakademie zwei ehrgeizige Ziele in ihre Satzung geschrieben: 1. den deutschen Film als wesentlichen Bestandteil der deutschen und europäischen Kultur zu fördern und 2. für die Erhaltung seines Erbes zu sorgen.
Eine der wichtigsten Forderungen ist es deshalb, die Themen Film und Audiovision als reguläres Fach im Schulunterricht zu etablieren. Die Filmakademie hält diese Maßnahme für dringend notwendig, um die nachfolgenden Generationen mit dem wahrscheinlich wichtigsten und einflussreichsten Medium unserer Zeit vertraut zu machen.
Denn Kinder und Jugendliche schauen Filme – und diese Filme haben ebenso wie Sprachen, Mathematik oder Biologie eine ihnen innewohnende Grammatik und Regeln: Die ‚älteren Geschwister des Films’, Kunst und Musik, gehören mit diesem Grundverständnis bereits seit Jahrhunderten wie selbstverständlich zum Unterrichtsstoff in deutschen Schulen.
Das Kino als Mutter aller audiovisuellen Medien darf hier nicht zurückstehen: Die Sprache des Kinos zu verstehen, heißt, bewegte Bilder in ihren Zusammenhängen, Abläufen und Absichten lesen zu können – Grundvoraussetzungen für das Verständnis unserer Welt im Zeitalter visueller Reizüberflutung. Darüber hinaus kann auf diesem Weg auch ein Bewusstsein für die Vielfalt des Kinos geschaffen werden, welches für diese Kunst überlebenswichtig ist.
Selbstverständlich gibt es in etablierten Schulfächern wie Deutsch, Gesellschaftskunde und Kunsterziehung bereits erste Versuche, sich dem Thema Film anzunehmen. Doch weder die zur Verfügung stehende Unterrichtszeit noch die Ausbildung der Pädagogen genügt, um Kinokunst angemessen und kreativ zu vermitteln. Nach wie vor sind Lehrer entweder auf angebotene Fortbildungen oder ihre Eigeninitiative angewiesen. Eine Reihe von regionalen Aktivitäten und Institutionen bietet ihnen mittlerweile eine durchaus veritable Plattform, dennoch ist eine zentrale Nutzung dieses disparaten Netzwerkes wünschenswert und erstrebenswert.
In diese Richtung zielte eine im März 2003 von der Bundeszentrale für Politische Bildung und der Filmförderungsanstalt gemeinsam getragene Initiative. Um die Ziele dieser Initiative zu ermitteln und zu definieren, fand vorab ein Kongress mit dem Thema „Kino und Schule” statt, der mit der so genannten ‚Filmkompetenzerklärung’ endete. Die darin enthaltenen Forderungen sind mit denen der Deutschen Filmakademie zu großen Teilen deckungsgleich:
„Um Film in deutsche Lehrpläne zu implementieren, bedarf es folgender Maßnahmen:
(Auszug aus der Filmkompetenzerklärung vom 21. Mai 2003)
Um eine stärkere Verankerung von Film in deutschen Lehrplänen nicht nur zu fordern, sondern die verschiedenen bisherigen Bemühungen auch von Seiten der Filmemacher zu unterstützen, hat die Deutsche Filmakademie vierundzwanzig.de geschaffen. Diese kreative und praxisorientierte Internet-Plattform, die es im günstigsten Fall für jede Form von Bildung geben sollte, vermittelt Lernstoff in der Tradition großer Filmkünstler: Learning by doing after viewing!