„Der Deutsche Filmpreis hat sowas Verlässliches, auch im Wandel. Noch immer entscheiden sämtliche Mitglieder der Deutschen Filmakademie darüber, an wen der Bundeskulturminister die steuerfinanzierten Preisgelder in Höhe von insgesamt 2,85 Millionen Preisgelder verteilt. (…) Dabei ist ebenfalls darauf Verlass, dass weder Minderheiten- noch Kunstfilm jemals eine Goldene Lola bekommen, denn die Mitglieder der Filmakademie sind zwar keine demokratisch legitimierte Institution, aber eben doch vom Sublimen bis zum Populären ein Abbild des Publikumsgeschmacks, und der hat es bekanntlich weder mit der Kunst noch, trivialerweise mit den Minderheiten."
Peter Uehling, in: BERLINER ZEITUNG, 20. März 2010
„Kurz und witzig: In Berlin werden die Nominierungen zum 60. Deutsche Filmpreis präsentiert. Der Charmeoffensive, für Filmleute zu überrumpelnd nachtschlafend morgendlicher Zeit gestartet, konnte sich sogar der Kulturstaatsminister nicht entziehen. Verblüffend locker holte er sich auf einer der kürzesten Pressekonferenz aller Zeiten seine Lacher (…). Bis dahin waren gefühlte sechs Minuten der Veranstaltung im Berliner Filmmuseum vergangen und hatten mit einem Schlag jedwede Erinnerung an die unendliche Bräsigkeit ihrer Vorgängerinnen verwischt.”
Jan Schulz-Ojala, in: DER TAGESSPIEGEL, 20. März 2010
„Die Galas der Filmakademie gehen in ihr sechstes Jahr – und dank vieler kluger Entscheidungen ist sie keineswegs zur befürchteten Branchenselbstbedienungsgießkanne für den Massenfilm geworden. Nicht zuletzt weil Eichingers Großproduktionen (…) bei den Voten der Akademie untergingen. Dass sie ihren obersten Geburtshelfer nun mit Extra-Lorbeer schmückt, ist mehr als ein Trost. Es ist eine souveräne Geste gemeinsames Selbstbewusstseins."
Jan Schulz-Ojala, in: DER TAGESSPIEGEL, 14. April 2010
„Und nun also einen Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie: Eichinger zählte vor knapp sieben Jahren zu deren Gründervätern – doch die Mitglieder zeichnen mit erstaunlicher Konsequenz kleine, unabhängige Filme aus, auf denen nicht das Siegel „Eichinger“ prangt. Man könnte die Würdigung am Freitag als Wiedergutmachung für den Mann mit den weißen Turnschuhen verstehen. Oder als Trostpreis."
Stefan Schosch, in: HANNOVERSCHER ALLGEMEINE, 20. April 2010
„Sibel Kekilli gelang einer jener Momente, von denen solche Preisverleihungen leben (…) Und was die Kraft des Augenblicks angeht, so war die Verleihung des Ehrenpreises an Bernd Eichinger ein weiterer Höhepunkt. Als dieser nach der Laudatio der ehemaligen Akademiepräsidenten Senta Berger und Günter Rohrbach auf die Bühne kam und sich der Saal erhob, wurde manchem Zweifler dann doch bewusst, wie anders der Deutsche Film aussähe ohne einen Mann wie ihn. (…)
Man muss gar nicht mehr den Vergleich zu den früheren ungelenken Vorläuferveranstaltungen heranziehen, um staunen zu können, wie professionell die Verleihung mittlerweise inszeniert wird, diesmal von Vorjahrespreisträger Florian Gallenberger und seinem Produzenten Benjamin Herrmann. (…) Das alles war für eine Veranstaltung, auf der Staatsgelder unter die Leute gebracht werden, angenehm wenig staatstragend. Das muss der Deutschen Filmakademie erst mal jemand nachmachen."
Michael Althen, in: FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, 26. April 2010
„Es war der Geist der Genugtuung, der diese sechzigste Verleihung des Deutschen Filmpreises erfüllte, darüber endlich in der Mitte angekommen zu sein. […] Der Abend hatte noch einen ganz besonderen Höhepunkt: Ein Ehrenpreis zur Würdigung seines Lebenswerk ging an Produzent Bernd Eichinger. […] Senta Berger und Günter Rohrbach sprachen, sich zeilenweise abwechselnd wie in einem griechischen Drama, die Laudatio, die man als das rhetorische Glanzlicht des Abends bezeichnen muss – eine wunderbare Rede, die gar nicht anders konnte als ihm zu Herzen zu gehen."
Burghard Müller, in: SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, 26. April 2010
„60 Jahre und so fesch, diese Lola!“
Karen Gottschild, in: BILD, 24. April 2010
„Ein starker, politischer Jahrgang: Zur 60. Verleihung des Deutschen Filmpreises in Berlin. Haneke, Schmid und Aladag sind die Gewinner. (…) Wie überhaupt die Filmakademie, der Hans-Christian Schmid gerade vorgeworfen hat, im Fall Polanski mit einer Stellungnahme zu zögerlich gewesen zu sein, in der Wahl der Filme wie in der Vergabe der Preise selbstverständlich politisch auftritt – und unbestechlich. Kritik am Auswahlverfahren, wie sie der Regisseur Eckhardt Schmidt gerade in einem offenen Brief geäußert hat, ist insofern fehl am Platz. Und der Ehrenpreis für Bernd Eichinger ist in diesem Licht eine verdiente Anerkennung für einen Akademiekämpfer und Gründungsvater. Und der große Außenseiter im deutschen Film, der von sich selbst sagt, er könne jede Emotion berechnen, war angesichts nicht enden wollenden Beifalls für einmal sprachlos.“
Christina Tilmann, in: TAGESSPIEGEL, 24. April 2010
„Ein Saal voller Gönner. Die 60. Verleihung des Deutschen Filmpreises im Friedrichstadtpalast versöhnte die Akademie mit Bernd Eichinger (…)
Normalerweise ist in der Filmbranche so richtig viel Missgunst unterwegs. Umso erstaunlicher war es, dass fast jeder der Gäste der Verleihung der Deutschen Filmpreise am Freitagabend im Friedrichstadtpalast, den man auf den Ehrenpreisträger Bernd Eichinger ansprach, wie Michael Ballhaus reagierte: ‚Bernd hat es verdient. Und ohne Bernd gäbe es die Deutsche Filmakademie nicht.’”
Andreas Kurtz, in: BERLINER ZEITUNG, 24. April 2010
„Sehr gute Stimmung, aber nur wenige Überraschungen: Das war das Fazit nach dem Deutschen Filmpreis 2010. Der große Favorit war auch der große Gewinners des Abends: DAS WEISSE BAND. Soviel zu den wenigen Überraschungen. Jetzt zur guten Stimmung: Für die sorgte nämlich vor allem Gastgeberin Barbara Schöneberger."
Barbara Jänichen, in: BERLINER MORGENPOST, 24. April 2010
„Barbara Schöneberger (36) strahlte, pailettenglitzerte und war so gutgelaunt-schwanger, dass man ihr gleich noch ein paar Gala-Moderationen mehr vor der Entbindung wünschte. Überhaupt, die Laune: Angesichts der düster-ernsten Inhalte der nominierten Filme von Ehrenmord bis Missbrauch war es ein erstaunlich heiterer Abend - was an der Sonne über Berlin liegen mochte, die den Friedrichstadtpalast in goldenes Licht tauchte. An der Tatsache, dass ein kluger Kopf, anders als im vergangenen Jahr, für ein Catering gesorgt hatte, das diesen Namen auch verdiente. Oder am gut getakteten Ablauf der Verleihung: kein langes Blabla über die Verdienste des Deutschen Filmförderfonds, sondern ein knappes Bekenntnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur deutschen Filmkultur: Haben wir, brauchen wir, wollen wir, schönen Abend noch, und ab. Anstelle von Dankesreden, in denen Onkel und Tante und der dritte Kameraassistent gegrüßt wurden, nahmen sich die Preisträger Michael Haneke (68) zum Vorbild, dem ein knappes Dankeschön ans Team genug der warmen Worte waren. Produzent Bernd Eichinger (61) wurde als Ehrenpreisträger derart enthusiastisch beklatscht, als wollten sämtliche Akademiemitglieder alle Nicht-Auszeichnungen der Vergangenheit wettmachen. Vielleicht war's aber auch einfach nur ein Abend, an dem man nicht schimpfen, sondern lieber applaudieren wollte, am allerliebsten Sibel Kekilli.”
Karolin Jacquemain, in: HAMBURGER ABENDBLATT, 24. April 2010
„Die Gala, die nach über zehn Jahren wieder in den Friedrichstadtpalast zurückkehrte, wirkte trotz zweieinhalb Stunden Länge kurzweilig (…)”
Norbert Wehrstedt, in: LEIPZIGER VOLKSZEITUNG, 26. April 2010
„Die Filmakademie versteht sich zwar als Vertretung des gesamten deutschen Film, grenzt sich aber immer wieder gegen alles ab, was ihr zu spröde und zu sperrig erscheint. Der Autorenfilm der 70er Jahre ist kein positiver Bezugspunkt, das wurde spätestens deutlich, als Senta Berger und Günter Rohrbach, die Laudatio auf Bernd Eichinger hielten und dabei dessen Anti-Autoren-Politik positiv hervorhoben. Der Autorenfilm der Gegenwartwiederum ist nur dann preiswürdig, wenn er wie DAS WEISSE BAND bereits überall mit Anerkennung und Preisen überschüttet wurde. Warum tut sich die Akademie so schwer mit dem, was nicht konsensfähig ist, warum sieht sie rot, sowie sie es mit Kunst und Kritik zu tun bekommt?”
Christina Nord, in: TAZ, 26. April 2010
„Zum 60. Preisjubiläum erschien Kanzlerin Angela Merkel ohne Ausschnitt und Moderatorin Barbara Schöneberger unter Pailletten, Schwangerschaftsscherze auf den Lippen. Die neuen künstlerischen Leiter Florian Gallenberger und Benjamin Herrmann führten hübsche Innovationen ein, die neuen Gag-Schreiber Johanna Adorján und Christof Mannschreck setzten Pointen wo uns sonst Witzchen quälten.”
Hanns-Georg Rodek, in: DIE WELT, 26. April 2010
„Jetzt ist es doch passiert. Als die Deutsche Filmakademie 2005 erstmals über die Deutschen Filmpreise bestimmte, ging die Angst um, künftig werde nicht mehr nach wohlfeilem Proporz verteilt, sondern nur noch der Mainstream berücksichtigt und alles über einen Erfolgsfilm geschüttet. Nennen wir es den Ben-Hur Effekt. Fünf Jahre lang hat uns die Akademie eines Besseren belehrt Nun aber, im sechsten trat erstmals das Gegenteil ein: Michael Hanekes DAS WEISSE BAND war 13 Mal nominiert und konnte am Ende 10 Trophäen mit nach Hause nehmen. […]
Versöhnung mit Bernd Eichinger. An dessen Person hat sich die Akademie bislang am meisten in ihrer Unabhängigkeit profiliert (…). Eichinger versicherte dann auch, dass es das keineswegs als Trostpflaster betrachtet, sondern als Ehrenpreis. Die Akademie beweist damit im sechsten Jahr einen vergleichsweise klugen Umgang mit der Preisvergabe. Im kommenden Jahr wird sie aber vielleicht wieder ein wenig breiter streuen. ”
Peter Zander, in: BERLINER MORGENPOST AM SONNTAG, 25. April 2010
„Die Verleihungs-Babsi. So schwanger und so komisch.”
Carolin Dendler, in: BILD AM SONNTAG, 25. April 2010
„Die Kanzlerin lächelt milde, Barbara Schöneberger schillerte, Sibel Kekilli konnte es nicht fassen, Bernd Eichinger war ungewohnt gerührt, und Michael Hanekes Film DAS WEISSE BAND wurde mit zehn Lolas überschüttet – so war’s beim Deutschen Filmpreis. (…) Überrascht war deshalb niemand, erregt schon gar nicht, wie es überhaupt im Vorfeld der Gala recht ruhig gewesen war. Es hatte nur ein wenig geraschelt, wegen eines offenen Briefes des Münchner Filmemachers Eckhart Schmidt, der die Regularien bei der Lola-Abstimmung attackiert und die Auszeichnung für Bernd Eichinger grotesk genannt hatte, womit er nicht ganz falsch lag.”
Peter Körte, in: FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG, 25. April 2010
„Die Show-Arena wurde zur Kanzler-Manege! So einem Filmpreis hat es noch nicht gegeben: Nicht nur die Stars, auch die Kanzlerin schrieb minutenlang Autogramme und ihre Fans am Roten Teppich waren aus dem Häuschen.”
Karim Mahmoud, in: BERLINER KURIER, 24. April 2010
„Neu waren auch Iris Berben und Bruno Ganz als frischgekürtes Präsidentenpaar der Filmakademie sowie Benjamin Herrmann und Florian Gallenberger als künstlerische Leiter – beides ist der Filmpreisshow gut bekommen. Barbara Schöneberger, die (hat sie so gesagt!) als „Vollmond in einem Halbmond“ von der Decke schwebte! Das geht natürlich nur in solch einem Theaterbau. Und auch sonst gab es viel Abwechslung, kaum eine Preisvergabe glich der anderen: Mal lobten „Paten“, die in den jeweiligen Filmen mitgespielt hatten, ihre für die beste Nebenrolle nominierten Kollegen über alle Maßen, so dass eigentlich alle eine Lola hätten bekommen müssen. Mal erzählten Kinder in kleinen Einspielungen die Handlung der nominierten Kinderfilme – ein Heiterkeitshöhepunkt des Abends. Comedian Kurt Krömer durfte Schnitt- und Ton-Lola unter teils deftiger Witzelei moderieren – und sogar Barbara Schönebergers Leibarzt die Preisvergabe fürs beste Maskenbild übernehmen: Vorgestellt wurde er als Dr. Bokowski, bis er sich die Doktormaske vom Gesicht pellte – und als Jan Josef Liefers dastand. Insgesamt also das von Schöneberger angekündigte „Potpourri der guten Laune.”
Andreas Conrad, in: TAGESSPIEGEL, 24. April 2010
„Mit zehn Lolas räumte Michael Hanekes hochaktuelles Werk DAS WEISSE BAND über die Folgen von schwarzer Pädagogik und Kindesmissbrauch erwartungsgemäß ab. Langeweile kam dennoch nicht auf, die Gala war flott, und obwohl sie in einem Revue-Tempel stattfand, verzichteten die künstlerischen Leiter auf überflüssige Spielereien, die an diesem Ort möglich gewesen wären. Nur einmal schwebte die hochschwangere Moderatorin Barbara Schöneberger auf einer Mondsichel vom Himmel herab. (…) Eine schöne Idee auch, jedem Nominierten einen Paten zur Seite zu stellen: Rührend, wie etwa die 15-jährige Maria-Victoria Dragus, die im „Weißen Band“ die älteste Tochter des Pfarrers spielt, ihren Filmpartner Rainer Bock lobt. „Ich stehe nur hier, weil ich weiß, dass es dich freut,“ sagte sie mit Tränen in den Augen, und als sie später selbst den Preis als beste Nebendarstellerin gewann, liefen die Emotionen nicht nur auf der Bühne über. „Michael Haneke hat mir gezeigt, was ich den Rest meines Lebens machen will: Schauspielern.“ Spätestens an dieser Stelle hatten sich auch Angela Merkels herunterhängende Mundwinkel zu einem feinen Lächeln aufgerafft.”
Claudia Palma, in: MÄRKISCHE ALLGEMEINE ZEITUNG, 24. April 2010
„Es gab Zeiten, da konnte man den Glamourfaktor des Deutschen Filmpreises allein an der Bezeichnung der ein oder anderen Kategorie ablesen. Da gab es zum Beispiel einen Preis für den "Film, der zu Förderung des demokratischen Gedankens beiträgt". Das klingt nach Sprechvorlage und dunkelgrauem Zweireiher - und nicht nach knisternden Briefumschlägen und tränenreichen Reden. Längst hat sich der Filmpreis gemausert, die Lola ist inzwischen so etwas wie die kleine Schwester des Oscars, bloß teurer (die Preise der Filmakademie sind mit 2,9 Millionen Euro dotiert), und die Gäste drängen sich in Scharen. So war es auch gestern Abend bei der Jubiläumsgala zur 60. Filmpreisverleihung in Berlin.”
Katja Bauer, in: STUTTGARTER ZEITUNG, 24. April 2010
„Die 2003 gegründete Deutsche Filmakademie zählt heute nahezu 1200 Mitglieder. Die männlich-weibliche Doppelspitze hat gewechselt, nach Produzent Günter Rohrbach und Schauspielerin Senta Berger führen nunmehr Iris Berben und Bruno Ganz. Anfängliche Diskussionen, ob denn eine Akademie nach US-Vorbild für größere Gerechtigkeit bei Vergabe der mit insgesamt fast drei Millionen Euro höchst dotierten deutschen Kulturauszeichnung sorgen könne, sind inzwischen verstummt. Schließlich kann jeder Filmschaffende eintreten, Beitrag zahlen und abstimmen. Allein 13 Nominierungen gab es in diesem Jahr für DAS WEISSE BAND, erwartungsgemäß und keinesfalls überbewertet.”
Andreas Körner, in: SÄCHSISCHE ZEITUNG, 24. April 2010
„Bei seiner Gründung vor 60 Jahren diente der Filmpreis allein der Kinoförderung und war eine staubtrockene Angelegenheit. Es gab mal Auszeichnungen für den „besten Problemfilm“ oder den „Film, der zur Förderung des demokratischen Gedankens beiträgt“. Das ist lange her. Heute ist die Gala auf Glanz und Glamour getrimmt. Nur dass sich für den Filmpreis – anders als beim Oscar-Vorbild in den USA – die Staatsschatulle weit öffnet: Der Filmpreis ist mit knapp 2,9 Millionen Euro die höchstdotierte Kulturauszeichnung in diesem Land. Offensichtlich lohnt sich das Engagement. Merkel bescheinigte den Galagästen, sie habe sich bei ihrem jüngsten Besuch in Kalifornien davon überzeugen können, ‚dass der deutsche Film einen sehr, sehr guten Ruf hat, dass wir ein richtig gutes Filmland sind’.”
Stefan Schosch, in: HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG, 24. April 2010
„Tränen, Verzweiflung, Glück - all das wirkte in dieser relativ straff durch inszenierten Veranstaltung zur 60. Vergabe des Deutschen Filmpreises überhaupt nicht aufgesetzt. Wohl auch deshalb, weil die aus der Krise resultierende Erkenntnis, dass Karrieren von heute auf morgen beendet sein können, inzwischen auch im Filmgeschäft seine Spuren hinterlassen hat.”
Christian Buß, auf: SPIEGEL.DE
„Die Gala des 60. Deutschen Filmpreises hätte leicht schiefgehen können. Doch weder sorgte die Anwesenheit der Kanzlerin Angela Merkel für zu viel Formalität, noch drückten die schweren Themen der nominierten Filme auf die Stimmung. Zuweilen erinnerte die Show ein bisschen an die Oscars, als Kollegen auf die Bühne kamen und Nominierte sehr persönlich vorstellten. Oder als die sechs Kandidaten für den besten Film über den Abend verteilt präsentiert wurden. Die künstlerischen Leiter der Gala, Regisseur Florian Gallenberger und Produzent Benjamin Herrmann, haben geschafft, was in Deutschland lange unmöglich schien: Sie haben eine würdevolle, stilsichere, spannende und lustige Show auf die Beine gestellt. Deshalb sollte die Akademie auch ruhig nach Bernd Eichingers Heimkehr weitermachen.
Das Rezept für eine richtig gute Show lautet offensichtlich folgendermaßen: Eine schwangere Barbara Schöneberger führt trotz beachtlicher Ausmaße leichtfüßig glitzernd durch den Abend und lässt auch mal andere reden, ohne dabei ihren Quasselcharme zu verlieren. Die Gewinner sind souverän fröhlich (Bernd Eichinger, Michael Haneke), aber auch völlig aus dem Häuschen (Sibel Kekilli, Maria Victoria Dragus). Jeder Laudator - vom strahlend gut gelaunten Oscar-Gewinner Christoph Waltz bis zu Jan Josef Liefers, der für die Kategorie beste Maske die Macht des Make-Ups vortrefflich veranschaulichte, hatte wirklich etwas zu sagen. Selbst der filmische Abschied von Filmschaffenden, die im vergangenen Jahr gestorben sind, war packend, doch ebenso perfekt eingepasster Teil der Show. Auch wenn augenscheinlich nach Hollywood geschielt wurde, der Verleihung hat es unendlich gut getan.”
Sophie Albers, auf: STERN.DE
„Der Oscar blieb Michael Haneke verweigert, aber dafür kann er sich jetzt mit zehn Lolas trösten: Mit dem Deutschen Filmpreis in Gold für den besten Film sowie Lolas in neun weiteren Kategorien wurde Hanekes DAS WEISSE BAND am Freitagabend in Berlin geehrt. Damit wurde der Film in der von vielen Emotionen getragenen Gala seiner Favoritenrolle gerecht.”
ZEIT.DE (Autor nicht ausgewiesen)
„Barbaras Babybauch, Kekillis Kniefall - und ein bester Hauptdarsteller, der es partout nicht bis zur Bar schaffte: Die Verleihung der Lolas im Berliner Friedrichstadtpalast war trotz fehlender Tanzfläche ein echtes Party-Event. Sogar ein bisschen Hollywood-Glamour blitzte auf.”
Antje Wewer, auf: SPIEGEL.DE
„60 Jahre ist der Filmpreis alt. Mit „leichter Kost“ fing alles an, erinnert Angela Merkel in ihrer allzu staatstragenden Rede. Ob die Kanzlerin ab und zu mal ins Kino geht? Es wirkt nicht so. Der Rest des Abends wird leichter. Ausgerechnet mit der sehr schweren Barbara Schöneberger. Hat sie sich in der Vergangenheit immer schnell ins Kreischige gerettet, ist sie gestern groß. (…) Sehr schwanger eine solche Moderation zu stemmen, das ist mutig. Und sie macht das toll. Haut Guido Westerwelle sein maues Englisch hin, dem Kein-Humor-Althasen Til Schweiger seine Kein-Humor-Althasigkeit. „Loben Sie nicht überschwänglich Ihren Partner“, warnt sie. Es könnte einem gehen wie der armen Sandra Bullock beim Oscar. Danach Garage, Tattoo, Sie wissen schon.
DIE FREMDE, ALLE ANDEREN, STURM. Großes Kino. Es gibt nicht so viel in Deutschland, das sich derzeit zu feiern lohnt. Der deutsche Film ist eine Ausnahme.”
Carin Pawlak, auf: FOCUS.DE
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