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Protest der Filmakademie für Jafar Panahi 12.02.2013

© Anne Leppin/Deutsche Filmakademie e.V.

Am 12. Februar 2013 um 16 Uhr feierte der Film PARDÉ („Closed Curtain“) des iranischen Filmemachers Jafar Panahi Premiere im Wettbewerb der Berlinale. Jafar Panahi wurde im Iran zu Berufsverbot und einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Gestern Abend wurde bekanntgegeben, dass ihm die Ausreise aus dem Iran verwehrt wurde, so dass er seinen Film nicht persönlich in Berlin vorstellen kann. Bereits bei der Berlinale Eröffnung hatte Kulturstaatsminister Bernd Neumann gefordert, den international geschätzten Filmemacher Panahi nach Berlin reisen zu lassen. Auch die Bundesregierung hatte bis zuletzt versucht, diese Forderung gegenüber der Iranischen Regierung durchzusetzen.

Zahlreiche Vertreter der DEUTSCHEN FILMAKADEMIE, darunter die Vorstandsmitglieder Burghart KlaußnerPepe DanquartMonika Bauert, Peter R. Adam und Fred Breinersdorfer (Leiter der Initiative „Filmmakers in Prison“), Anne Leppin & Alfred Holighaus (Geschäftsführung) sowie Jasmin Tabatabai, Eva Mattes, Jan-Josef Liefers, Maxim Mehmet, Connie Walther, Michael Kind und Andrea Thilo (Filmakademiemitglieder) haben am Nachmittag des 12. Feburar der Iranischen Botschaft in Berlin ein an Präsident Mahmud Ahmadinedschad gerichtetes und von Filmakademie-Präsidentin Iris Berben unterzeichnetes  Protestschreiben überreicht und das Schreiben rund um die Botschaft plakatiert.

Fotos der Protestaktion finden Sie hier.

„Exzellenz,

der Islam und Ihr Volk haben in seiner langen Tradition der Welt zahlreiche große Werke der Kunst und der Kultur geschenkt. Alle Künstler und Literaten hätten nichts Vergleichbares erschaffen können ohne die Freiheit der Kunst, des Geistes und des Wortes, aber auch nicht ohne Reisen zu unternehmen, um ihre Werke zu verbreiten, vorzustellen und zu erläutern.

Der iranische Filmregisseur Jafar Panahi genießt international große Hochachtung und Anerkennung. Dass er wegen seines Schaffens in Iran zu Berufsverbot und einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, hat weltweit Entsetzen und scharfe Proteste ausgelöst. Dass die Urteile an ihm bisher nicht vollstreckt wurden, hat dazu beigetragen, das Vorgehen der Islamischen Republik Iran mit vorsichtigem Optimismus zu betrachten.

Jafar Panahi hat eine Einladung der „Internationalen Filmfestspiele Berlin“ erhalten. Nun müssen wir erleben, dass er durch die Behörden Ihres Landes an der Ausreise nach Deutschland gehindert worden ist. Als seine Kollegen und Bewunderer seines filmischen Werkes haben wir das mit Bestürzung zur Kenntnis genommen.

Es liegt uns fern, Sie über die Gesetze des Islam belehren zu wollen, aber gehört es nicht zum Grundbestand der Rechte eines jeden Muslims, aus beruflichen Gründen ohne Behinderung und Einschränkung zu reisen? Die Botschaft der Islamischen Republik Iran in Deutschland wirbt auf ihrer Website wie in der Öffentlichkeit mit dem kulturellen Austausch zwischen unseren Völkern.

Das Reiseverbot gegen Jafar Panahi widerspricht eklatant diesen Grundsätzen. Wir protestieren energisch gegen diesen Akt von Willkür!

Die Geschichte zeigt, die Verbreitung von Ideen und künstlerischen Werken lässt sich behindern, aber nicht unterdrücken. Wir haben besonders in Deutschland erlebt, wie elementar und wichtig Reisefreiheit nicht nur für Kulturschaffende, sondern für alle Menschen ist.

Wir ersuchen Sie dringend, sich als Präsident der Islamischen Republik Iran, persönlich dafür einzusetzen, dass das gegen Jafar Panahi verhängte Reiseverbot aufgehoben wird und ihm kurzfristig zu ermöglichen, der Einladung nach Berlin Folge leisten zu können.

Für die Freiheit der Kunst, des Geistes und des Wortes.

Hochachtungsvoll,
Iris Berben

Präsidentin Deutsche Filmakademie e.V."

Dokumente:
Protestschreiben_120213.pdf694 K
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