Der renommierte Regisseur Volker Schlöndorff, Mitglied der Deutschen Filmakademie, hat am vergangenen Wochenende in einem Offenen Brief gegen die Inhaftierung des kasachischen Autors und Theatermachers Bolat Atabajew protestiert. Das Schreiben richtet sich direkt an den zuständigen Richter und wurde dem Botschafter der Republik Kasachstan in Berlin übermittelt. Der Autor, der mit Volker Schlöndorff zusammen das Drehbuch zu dem Film ULZHAN geschrieben hatte, wurde wegen "Anstiftung zu sozialer Unruhe" verhaftet. Diesen Tatbestand bezweifelt Schlöndorff ausdrücklich und weist auf Atabajews Verdienste um die Vermittlung von kasachischer und deutscher Kultur hin. Am 28. August, dem Geburtstag Goethes, soll Atabajew im Weimar mit der "Goethe-Medaille" als "mutiger Kämpfer für demokratische Strukturen" geehrt werden. Um diese ist es in seiner Heimat nicht gut bestellt: Dort regiert seit 1991 Nursultan Nasarbajew autoritär und schränkt die Meinungsfreiheit kontinuierlich ein. Dennoch hofft Schlöndorff, dass "Bolat Atabajew am 28. August nach Weimar kommen kann, um die Ehrung entgegenzunehmen".
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