|||| Deutsche Filmakademie

Brief vom 7. Juni 2007

Rücknahme der Kürzung der Filmfördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen

Der Vorstand der Deutschen Filmakademie hat im Namen der Mitglieder am 7. Juni 2007 folgenden Brief an den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Dr. Jürgen Rüttgers, übersendet:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

wenn Sie am 18. Juni das Medienforum NRW in Köln eröffnen, dann zeigt das, wie wichtig die Film- und Fernsehwirtschaft für das Land Nordrhein-Westfalen ist.

Der Strukturwandel an Rhein und Ruhr wurde in den letzten Jahren erfolgreich vorangetrieben und nie wurde am Medienstandort NRW mehr produziert als zur Zeit. Auch hat sich gezeigt, dass dort, wo innovative Kultur erfolgreich und beständig gefördert wird, ein attraktives Umfeld für Industrie jeder Art geschaffen wird. Die deutsche Filmkultur wird damit zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor. Im vergangenen Jahr haben von 135 Millionen Kinozuschauern allein 35 Millionen Menschen einen deutschen Kinofilm gesehen, was einem Marktanteil von 25,8% entspricht.

Umso wichtiger ist es, dass das erklärte Ziel der Landesregierung, „die nachhaltige und dauerhafte Stärkung der Produktionsinfrastruktur und des Kreativpotentials [...]”, weiter engagiert verfolgt wird.

Der Film ist die Kunst unserer Zeit, die maßgeblichen Einfluss auf das Weltbild und das Lebensgefühl gerade junger Menschen hat und ebenso das Bild Deutschlands in die Welt trägt. Diese Kinokultur ist ohne Filmförderung in NRW nicht denkbar. Der Oscar und jüngste Auszeichnungen für deutsche Produktionen u.a. in Cannes zeigen, dass sich das Kino rasant bewegt – in Richtung Europa.

Die Filmstiftung NRW, ohne die sich in den letzten Jahren keine kontinuierliche Filmwirtschaft hätte entwickeln können, muss Garant dafür bleiben, dieses Tempo mithalten zu können, um auch zukünftig die Sicherung und den Ausbau der Kinokultur und deren Arbeitsplätze in NRW zu gewährleisten.

Dies ist nur möglich, wenn die 20%ige Kürzung der Filmfördermittel des Landes NRW zurückgenommen wird, damit die Filmstiftung bei nunmehr neu hinzugekommenen Aufgaben weiterhin Motor für die Film- und Fernsehwirtschaft sein kann.

Wir und die Filmschaffenden in NRW bitten Sie eindringlich darauf hinzuwirken, dass diese Mittel kontinuierlich wieder für die Filmstiftung NRW zur Verfügung gestellt werden. Die positive Entwicklung des deutschen Films braucht jetzt ein kraftvolles und wichtiges Signal aus NRW, damit auch die Zukunft der Absolventen der Internationale Filmschule Köln und der KHM sowie die nationale Wettbewerbsfähigkeit der gesamten nordrheinwestfälischen Filmkultur und Wirtschaft gesichert ist.

Stefan Arndt, Berlin
(Vorstandsvorsitzender)

Tom Spieß, Köln
(Mitglied des Vorstands)

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Offener_Brief_070607.pdf

205 K

Ursprung: http://www.deutsche-filmakademie.de/816.html

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