Wir, die Mitglieder der Deutschen Filmakademie, verfolgen mit großer Sorge die Absicht der Landesregierung NRW, die Fördermittel der Filmstiftung NRW um 20% zu kürzen.
Die Landesregierung in NRW hat mehrfach erklärt, dass die Filmstiftung NRW für die überaus erfolgreiche Entwicklung des Film- und Fernsehlandes Nordrhein Westfalen steht und die „[...] nachhaltige und dauerhafte Stärkung der Produktionsinfrastruktur und des Kreativpotentials [...]” das erklärte Ziel der Landespolitik NRW ist.
Tatsächlich hätte sich ohne die Arbeit der Filmstiftung in den letzten 15 Jahren keine kontinuierliche Filmwirtschaft entwickelt. Viele Filme, z.B. BELLA MARTHA, DAS WUNDER VON BERN oder DAS WEISSE RAUSCHEN sind nicht nur wettbewerbsfähig, sondern haben ebenso auf internationalen Festivals Auszeichnungen und Preise erhalten.
Eine Kürzung der Landesmittel bedroht die Zukunft der Internationalen Filmschule Köln und deren Absolventen, ebenso die KHM, den gesamten Nachwuchsbereich in Film und Fernsehen sowie Arbeitsplätze der Filmwirtschaft in ganz Deutschland.
Eine Kürzung wäre auch ein verheerendes Signal an die Fernsehgesellschafter der Filmstiftung. Es steht zu befürchten, dass WDR, ZDF und RTL dem Beispiel der Landesregierung mittelbar folgen und sich damit schrittweise aus der Filmförderung in NRW verabschieden.
Kino ist in Deutschland wie in Europa ohne Filmförderung nicht denkbar; der Film ist die Kunst unserer Zeit, die wesentlichen Einfluss auf das Weltbild und das Lebensgefühl gerade junger Menschen hat. Eine mögliche Kürzung der Mittel der Filmstiftung bedroht nicht nur die Filmkultur in NRW, sondern schadet dem deutschen Film und damit den Filmschaffenden insgesamt.
Wir, die Produzenten, Regisseure, Autoren, Schauspieler, Komponisten, Kameraleute, Szenenbildner, Maskenbildner und Schnittmeister der Deutschen Filmakademie, bitten Sie daher eindringlich, von einer Kürzung der Filmförderung abzusehen.
Berlin, den 12. Mai 2006