Die Mitglieder der Deutschen Filmakademie haben auf ihrer Versammlung am 8. Februar 2004 in Berlin folgende Resolution verabschiedet:
Wir, die Mitglieder der Deutschen Filmakademie, beobachten mit Sorge und Bestürzung, dass die im HDF zusammengeschlossenen Kinobetreiber gegen die gerade vom Bundestag beschlossene Novellierung des Filmförderungsgesetzes Klage erheben wollen. Ein solcher Schritt würde nicht nur für die Produzierenden in diesem Lande, sondern auch für die Kinounternehmen selbst katastrophale Folgen haben.
Wir verkennen nicht die Schwierigkeiten, denen sich viele Kinos heute gegenübersehen. Daher haben wir auch durchaus Verständnis dafür, dass man sich gegen weitere Belastungen zur Wehr setzen möchte. Auch wir halten die Ungleichbehandlung von Kino- und Videobetreibern auf der einen Seite und dem Fernsehen auf der anderen für schwer erträglich. Insoweit fühlen wir uns mit den Theaterbesitzern, auf deren Leinwänden unsere Filme ihre wahre Heimat haben, solidarisch. Wir teilen ihre Enttäuschung und verstehen ihren Zorn.
Dennoch richten wir, Produzenten, Regisseure, Autoren, Schauspieler, Komponisten, Kameraleute, Szenenbildner, Kostümbildner, Maskenbildner, Cutter und Tongestalter, an die Kinobetreiber den dringenden Appell, auf die beabsichtigte Klage und die mit ihr verbundenen Restriktionen zu verzichten.
Ein solches Verfahren würde die Handlungsfähigkeit der Filmförderungsanstalt erheblich beeinträchtigen und die ohnehin prekäre Lage der deutschen Filmproduktion dramatisch verschlechtern. Die Chancen, durch eine Klage, die sich mit ungewissem Ausgang über viele Jahre hinziehen würde, die Situation der Kinos zu verbessern, steht in krassem Missverhältnis zu dem Schaden, den sie zwischenzeitlich anrichtet.
Die Kinos sind auf erfolgreiche deutsche Filme nicht weniger angewiesen als die Menschen und Institutionen, die sie produzieren. Wir alle können durch die beabsichtigte Initiative nur verlieren. Mag sein, dass die Kinos am Ende eines langen Prozesses Recht bekommen, doch was hilft es ihnen, wenn es sie dann nicht mehr gibt. Liebe Theaterbesitzer, wir hoffen auf Ihre Einsicht, wir appellieren an Ihre Vernunft.
Berlin, den 8. Februar 2004
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