„[…] und dann tanzt sie [Barbara Schöneberger] auch noch und singt: ‚Die Lola steht schon bereit.’ Ja, das ist Showbusiness, das hat mit den bürokratisch anmutenden Preisprozeduren früherer Jahrzehnte nichts mehr gemeinsam – und tröstet dann doch auch darüber hinweg, dass das Abspulen der Preisträger vielfach allzu routiniert gerät, dass man die einführenden Worte der ‚Paten’, die die Preisträger ankündigen, schon -zig Male gehört zu haben glaubt.”
Andreas Conrad, in: Tagesspiegel, 26.04.2008
„Und dann kam doch alles ganz anders. Keine rauschende Feier, aber eine insgesamt schmissige; kein Absturz, keine Abrechnung, aber kritische Worte – und ein unvermutetes Happy End. Nicht nur war Til Schweiger, der Schmoller, der die Einreichung seines Films bei der Akademie vor Monaten schlicht verbaselt hatte, in letzter Minute doch erschienen und wurde freundlich gebauchpinselt, vom Kulturstaatsminister bis zur Moderatorin.”
Jan Schulz-Ojala, in: Tagesspiegel, 26.04.2008
„Doch nicht nur auf dem Roten Teppich wurde Til Schweiger mit großem Interesse bedacht, auch in der Verleihung ging man besonders auf ihn ein: Kulturstaatsminister Bernd Neumann brachte auf der Bühne seine Freude über Tils Kommen zum Ausdruck und Moderatorin Barbara Schöneberger begrüßte nur ihn ganz persönlich.”
Maren Lamersdorf, in: BUNTE online, 26.04.2008
„Sie küssten und sie schlugen sich: Selbstironisch führte die Branche bei der Lola- Verleihung auf der Bühne alte Fehden fort – und zeichnete doch treffsicher die richtigen Produktionen aus. Abräumer des Abends war Fatih Akin, der für die neue Weltgewandtheit im deutschen Film steht.”
Christian Buss, in: SPIEGEL online, 26.04.2008
„Es ist alle Jahre wieder das wichtigste Fest der Filmbranche: Bei der Verleihung der Deutschen Filmpreise am Freitagabend im Palais am Funkturm feierten sich 1500 Schauspieler, Produzenten, Regisseure, Cutter und Kameraleute selbst. […] Nicht alles an diesem Abend war Friede, Freude, Eierkuchen. Mancher ärgerte sich in aller Stille über das Vornominierungs-Prozedere. So waren aus dem Kreis des Gremiums, das für die Vorauswahl in der Kategorie ‚Beste Regie’ zuständig war, Merkwürdigkeiten zu hören. Der mit dem Geld von Hollywood-Regisseur Roland Emmerich produzierte Film ‚Trade’ sei mit Argumenten wie ‚Der braucht doch so einen Preis gar nicht mehr’ abgetan worden.”
Andreas Kurtz, in: Berliner Zeitung, 26.04.2008
„Ansonsten war der Abend ziemlich erwartbar. Wer Lolas abräumen würde, war abzusehen. […] Plappernd und tanzend führte [Barbara Schöneberger] durch die zweistündige Gala und sorgte mit ihrer Selbstironie für gute Laune, die sich auf der Party später nicht recht einstellen wollte: Die Location war wohl ein wenig zu groß, der Prosecco zu knapp bemessen, die Terrasse zu kalt.”
WELT am Sonntag (bundesweit), 27.04.2008
„[…] und rief erneut Andrea Sawatzki und Christian Berkel auf die Bühne. Das Paar hatte bereits drei Lolas vergeben und durfte das noch zwei Mal tun. Wer ist da ausgefallen? […] Will denn keiner von denen den Job machen? Lernt vom Oscar. Da gehört es einfach dazu, dass der Sieger des Vorjahres den Preis in seiner Kategorie vergibt. Das sollte auch bei uns Schule machen. Die Lola wird erst dann populär, wenn man es schon als Ehre ansieht, sie überreichen zu dürfen.”
Peter Zander, in: Berliner Morgenpost, 27.04.2008
„Ein Abend der skurrilen Auftritte und Emotionen: Preisträger Benedict Neuenfels (Beste Kamera in ‚Liebesleben’) kam mit silbern lackierten Fußnägeln, und Regisseurin Doris Dörrie (Silberne Lola für ‚Kirschblüten’) ging später barfuß. Freudentränen hatte Elmar Wepper. Er bekam seine erste Lola mit 64 Jahren.”
WELT am Sonntag (Berlin), 27.04.2008
„[…] Til Schweiger legte schon bald das Sakko ab im heißen Saal und schaute mit leicht verkniffenem Gesichtsausdruck zu, ob alle über das Stöckchen springen würden, das er ihnen hingehalten hatte. Und sie sprangen: Erst der Staatsminister […] Dann sprang Barbara Schöneberger […] Und selbst Fatih Akin sprang, als er bei seiner zweiten Lola rief: ‚Til, du bist eines meiner Idole.’”
Peter Körte, in: FAZ, 27.04.2008
„Der Wert einer Gesellschaft, sagt man, bemisst sich daran, wie sie mit ihren Kritikern umgeht. Und über einen Mangel an prominenten Kritikern braucht sich die Filmakademie auch im vierten Jahr ihrer Existenz nicht zu beschweren. Immerhin waren sie alle zum Deutschen Filmpreis erschienen und saßen in vorderen Reihen […] Nun wurden im Berliner Palais am Funkturm von der Akademie so viele Friedenspfeifen verteilt, dass die Anti-Raucher-Polizei hätte eingreifen müssen […]”
Hanns-Georg Rodek, in: DIE WELT, 28.04.2008
„[…] So verbanden sich die Magie des Kinos und die Wahrhaftigkeit des Lebens, der ganz große Kassenerfolg und der künstlerische Anspruch an diesem Abend zu einer lebendigen und aufmüpfigen Mischung. […] Dazu gehört aber auch der geniale Coup der Akademie-Regie, all' die Magier und Bastler von Schnitt, Kostüm, Ausstattung oder Musik aus ihrem Schattendasein hinter der Kamera ans Licht zu holen. Statt vor der Siegerverkündung einfach nur einen Filmausschnitt zu zeigen, dürfen sie ihre Arbeit mit einigen Sätzen erläutern, was trotz knapper Form erstaunlich anschaulich gelingt und auch die Spannung anheizt – ein Beispiel, dem ruhig auch die Academy in Hollywood folgen könnte.
Lässig abgehandelt wurde auch der lächerliche Grabenkampf, den Til Schweiger im Vorfeld der Nominierungen angezettelt hatte, ganz einfach weil die Akademie zeigt, dass sie den kommerziellen Erfolg von Filmen wie ‚Lissi und der wilde Kaiser’ oder ‚Keinohrhasen’ mit Filmausschnitten und herzlichem Applaus durchaus feiert, ihn aber eben nicht mit Kulturförderpreisen überschüttet.”
Anke Sterneborg, in: Süddeutsche Zeitung, 28.04.2008
„Es ist doch verwunderlich, dass gerade hier, obwohl so viele Stars da sind, keine rechte Stimmung aufkommen will. Warum steht Preisträgerin Nina Hoss auf der Terrasse in der Kälte und nicht gutgelaunt auf der Tanzfläche? Warum ist das Licht so verdammt hell? Warum gibt es keine Hostessen, die Champagner reichen? Warum ist gerade eine Filmparty so fad? […]”
Antje Wewer, in: Süddeutsche Zeitung, 28.04.2008
„Tatsächlich verlief die Verleihung des Filmpreises im Palais am Funkturm viel ruhiger als man das aufgrund der Vorab-Querelen um Til Schweiger und dessen Ärger um die Nichtnominierung annehmen konnte. Barbara Schöneberger führte vor 1500 Gästen temperament- und schwungvoll, aber mit einigen missglückten Gag-Einlagen durchs Programm. Der Einstiegsfilm mit ihr als Waldmeisterin, die Promi-Sprechblasen und die Experimente mit der veränderlichen Tonhöhe waren verzichtbar. Gut war sie, als ihre Tänzer sie auf Händen trugen und sie zu ihnen sagte: 'Ich möchte nicht, dass sie Geräusche machen, wenn Sie mich hochheben.'”
Volker Behrens, in: Hamburger Abendblatt, 28.04.2008
„Die Lola ruft und alle, alle kommen. […] So durfte man sich daran freuen, dass selbst den nie um Worte verlegenen Ehrenpreisträger Alexander Kluge die Macht der Gefühle zu übermannen schien, als der Saal ihm minutenlang stehend Respekt zollte. Seine Rede war dann schon ein großer Moment, der der Akademie vormachte, wie man einen selbstbewussten Sinn für die Geschichte mit einem neugierigen Blick in die Zukunft verbinden kann. Die Frage, auf welcher Seite man steht, erübrigt sich dann nämlich: auf der Seite des Kinos natürlich.”
Michael Althen, in: FAZ, 28.04.2008
„Man schämte sich wieder einmal für eine peinliche Gala, für das Unvermögen, Pathos und Witz wenigstens einen Augenblick zusammenzubringen. Bestenfalls führte einen die Show – willkommen, bienvenue, welcome – ins Kabarett, ins Kabarett, ins Kabarett.”
Daniel Kothenschulte, in: Frankfurter Rundschau, 28.04.2008
„[…] Der Abend hat großen Glanz, aber keine großen Überraschungen. Doch dann gibt es einen Moment, der tatsächlich Magie hat: Tom Tykwer tritt auf die Bühne und ehrt Alexander Kluge. Er ehrt ihn als Pionier, als Erfinder, als Träumer.”
Matthias Matussek, in: SPIEGEL, 28.04.2008
„Beim Deutschen Filmpreis 2008 hingegen, glamourös inszeniert ein paar Stunden früher im Palais am Funkturm, gehörte Schweiger nicht zu den Gewinnern, nicht mal zu den Nominierten […] Um Zeichen und Botschaften, mehr oder weniger versteckt, geht es natürlich auch bei der alljährlichen Vollversammlung der deutschen Filmelite, bei der Verleihung der Goldenen Lola. Höchste Anerkennung für die Besten. Einer, der die Lola heute in den Händen hält, ist Elmar Wepper, 64. Ein Spätberufener des Kinos, dem jeder den Sieg gönnt […] Eine Nacht ist nicht mehr genug für die Lola. Die Diva vereinnahmt ein verlängertes Wochenende: von den Aufwärmpartys bis zum Katerbrunch, zu dem Studio-Babelsberg-Boss Christoph Fisser ins idyllische ‚Café am Neuen See’ lädt.”
Georg Dietz & Marie Waldburg, in: BUNTE, 01.05.2008
„Die Akademie hat diesmal die Breite des einheimischen Filmschaffens gewürdigt und zehn sehr verschiedene Filme ausgezeichnet: vom Low-Budget-Dokumentarfilm ‚Prinzessinnenbad’ über die deutsch-amerikanische Koproduktion ‚Trade’ bis zum Kassenschlager ‚Die Welle’. Auch die Berliner Schule ist durch ihren Star Nina Hoss vertreten. Die Botschaft des Abends lautete: Wir lieben alles am deutschen Film, aber ganz besonders lieben wir Fatih.”
Volker Gunske, in: TIP, 01.05.2008
„Der rote Teppich war ausgerollt, die Damen präsentierten ihre atemberaubenden Roben und getanzt wurde bis in die Morgenstunden. Über 1800 Gäste waren beim 58. Deutschen Filmpreis vom LOLA-Fieber infiziert. Einer der glücklichsten ‚Patienten’ im Palais am Funkturm: Elmar Wepper (64). Für seine Role im Film ‚Kirschblüten – Hanami’ wurde er als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Gerührt und fast sprachlos konnte er sein Glück kaum fassen. Freudentränen verdrückte auch sein stolzer Bruder Fritz (66): ‚Ein bewegender Moment, Elmar hat es sich verdient.’”
Frau mit Herz, 05.05.2008