„[...] Um eine Chance auf eine Filmpreis-Nominierung zu haben, sind die Produzenten angehalten, allen Akademie-Mitgliedern DVDs zu schicken. Was Eichinger aus der Portokasse zahlt, würde kleinere Firmen in den Ruin treiben. Man darf gespannt sein, ob die Deutsche Filmakademie in Zukunft für ein gerechteres Wahlprozedere sorgen wird. [...]”
Claudia Palma, in: Märkische Allgemeine, 12.04.2005
„Untergegangen sind sie nicht. Haben lieber auf den neunten Tag gewartet. Manchmal vielleicht den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Sich wie wilde Kerle betragen. Doch am Ende war alles in Butter, Verzeihung: Alles in Zucker. [...]”
Christina Tilmann, in: Tagesspiegel, 10.05.2005
„Viel ist bereits über den neuen Vergabemodus des Deutschen Filmpreises gestritten worden [...] Nun sind die Nominierungen heraus, und auf den ersten Blick scheint das Bedenken zerstreut, dass die großen Filme dominieren, [...] Diesen Nominierungen zum Trotz sind die Einwände nach wie vor berechtigt, denn sie sind unabhängig von konkreten Filmen. Sie betreffen den Beigeschmack, den es hat, wenn die Branche sich selber feiert [...]”
Frank Olbert, in: Kölner Stadt-Anzeiger, 10.05.2005
„Die Befürchtungen der Filmakademie-Gegener, kommerzieller Erfolg könnte zum gewichtigen Kriterium bei der Vergabe des Deutschen Filmpreises werden, bewahrheiten sich nicht. [...]”
Blickpunkt: Film, 16.05.2005
„Gleichzeitig lässt sich aber auch schwer das Gegenargument der Akademie-Befürworter entkräften, dass die Preisentscheidung durch einen Großteil der Filmschaffenden sehr viel besser legitimiert sei und auf breiterer Basis stehe als jene von einer Fach-Jury. Ein Disput, der sich auch banaler beschreiben lässt. Einerseits fürchteten interessierte Kreise, namentlich Kritiker, um ihren Einfluss in den und auf die Entscheidungsgremien, andererseits malte man den Teufel einer Kommerzialisierung an die Wand, die zu Preisträgern von Bully bis Otto führen würde. Ängste, die die Mitglieder der Akademie mit ihrer äußerst demonstrativen Nominierungswahl als ziemlich grundlos erscheinen ließen. Generell scheinen die Kritiker der Akademie eines ganz übersehen zu haben, nämlich deren identitätsstiftende Wirkung in einer doch sehr aufgesplitterten Filmszene.”
Harald Pauli, in: FOCUS, 04.07.2005
„Er [Reinhard Hauff] bekommt den Ehrenpreis der Akademie. Ein Grund zum Feiern.”
Fritz Göttler, in: Süddeutsche Zeitung, 08.07.2005
„Kulturstaatsministerin Weiss dürfte zufrieden sein: Sie hat zu Recht die Gründung dieser Akademie unterstützt. Dass die nicht nur den Mainstream würdigt (bzw. ihre mächtigsten Produzenten) hat sie schon bei den Nominierungen gezeigt, die die drei großen Filmhits 2004, 7 ZWERGE, (T)RAUMSCHIFF SURPRISE und DER UNTERGANG, eben nur marginal berücksichtigte. Dass jetzt im Zweifel die Aufarbeitung der Vergangenheit (bis auf Julia Jentschs Darstellerpreis für SOPHIE SCHOLL) zurückfiel zugunsten des Gegenwartskinos und auch hier die burleske Unterhaltung über das gesellschaftskritische Drama obsiegte, mag man bedauern oder kritisieren. Aber es gibt eben nicht mehr, wie bei der einst von der Kulturstaatsministerin einberufenen Expertenjury, das Proporzdenken. Hier stimmen Filmemacher über sich selbst ab: die demokratischste aller Formen, mit all ihren Ungerechtigkeiten.”
Peter Zander, in: Berliner Morgenpost, 10.07.2005
„Und los geht das gemeinsame Rumspinnen darüber, wie man durch das Sichten der Kollegenfilme plötzlich Lust bekommt, mit dieser oder jenem zu arbeiten beim nächsten Mal. Einfach, weil man sehr bewusst und besonders genau hingeschaut hat. [...] Nun aber gibt es die Deutsche Filmakademie, im September 2003 nach dem Vorbild der amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and Sciences gegründet, und sie schafft Synergien. Dort Oscar, hier Lola: Es sind die im Filmgeschäft aktiven, vielen Profis selber, nicht Jurys aus externen Fachleuten, die über die Jahresbestleistungen der ihren befinden. Das erwärmt anders. Weil die 55. Deutsche Filmpreiszeremonie am Freitag in Berlin zugleich als konzeptionelle Premiere zu versehen ist, liegt Enthusiasmus in der Luft. Und der steckt an.”
Jan Schulz-Ojala, in: Tagesspiegel, 10.07.2005
„Dass sich die 650 Mitglieder der Filmakademie, die in diesem Jahr erstmals abgestimmt haben, beim Setzen ihres Kreuzchens ausschließlich von der künstlerischen Qualität leiten ließen, spricht dafür, die Vergabe der Filmpreise in die Hände derer zu legen, die die Filme auch machen.”
Katharina Dockhorn, in: Neues Deutschland, 11.07.2005
„Und freudiges Erstaunen darüber, dass die 650 Mitglieder der Deutschen Filmakademie, die erstmalig und in einem dreistufigen Wahlverfahren über die Vergabe des Deutschen Filmpreises zu befinden hatten, so gut und richtig entschieden hatten. Niemand muss den Politikern und Kirchenvertretern eine Träne nachweinen, die früher in den Jurys gesessen haben.”
Barbara Möller, in: Hamburger Abendblatt, 11.07.2005
„Die 625 an der Wahl beteiligten Akademie-Mitglieder setzten ausnahmslos auf anspruchsvolle Filme, die durchaus auch Publikumslieblinge waren.”
Peter Claus, in: Financial Times, 11.07.2005